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Schwere Laster rollen durch Straßlach-Dingharting. So genannte „Vibratoren“, deren Schallwellen Quellen für Geothermie finden sollen

Messungen für die Geothermie

50-Tonner rauschen durchs Dorf

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Wegen einer Landvermessung per Laster könnte in Straßlach-Dingharting die Erde beben. Bei einer vorherigen Erhebung trug die Kapelle in Kleindingharting Risse davon.

Straßlach-Dingharting – Es kann sein, dass in nächster Zeit mal die Erde wackelt in Straßlach-Dingharting. Nicht, weil die Gemeinde auf einer geologischen Schwachstelle liegen würde. Sondern weil seismische Messungen vorgenommen werden von den Gemeinden rundherum. Pullach, Grünwald, die Stadt München und Unterhaching. haben sich zusammengetan und vermessen das Umland.

„Es ist nicht geplant, dass bei uns Geothermiequellen erschlossen werden sollen“, beruhigte Bürgermeister Hans Sienerth, parteifrei, den Gemeinderat. Aber die Claimbesitzer, von denen die kleinste Gemeinde im Landkreis umgeben ist, wollen „ihre Datengrundlagen vervollständigen“ und die Landkarte der unterirdischen Gegebenheiten komplettieren. Dafür fahren sie mit 50-Tonnern, die „Vibratoren“ genannt werden, über Land. Mittels Schallwellen werden so auch noch Quellen ausfindig gemacht, die vier bis fünf Kilometer in der Tiefe liegen. Die Ergebnisse können dann dreidimensional dargestellt werden.

Allerdings: Ganz ohne Nebenwirkungen ist diese aufwändige Erhebung nicht. Das letzte Mal sei es passiert, berichtete Sienerth, dass die Kapelle in Kleindingharting einen Riss aufwies in der Wand, nachdem die Vibratoren dort in der Nähe aktiv geworden waren. Darum sollten sich manche Hausbesitzer überlegen, zur Beweissicherung den Zustand ihrer Anwesen im Vorfeld zu dokumentieren.

In der nächsten Gemeinderatssitzung wird das Thema noch einmal besprochen. Die Schürfrechte in der Gegend um Straßlach-Dingharting liegen bei den Stadtwerken München. Vergeben werden sie von der Regierung von Oberbayern. „Wir haben bis Anfang November Zeit, uns zu der anstehenden Untersuchung zu äußern“, sagte der Geschäftsleiter der Gemeinde, Franz Gröbmair, auf Nachfrage. „Wir nehmen das Ganze sehr ernst.“ Die Gemeinde muss im Vorfeld der Aktion Wasserleitungen melden, auch dürften die schweren Fahrzeuge keinesfalls über die neu geteerten Straßen fahren. Aber auch Feldwege leiden ziemlich, wenn sie von den 50-Tonnern befahren werden.

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