Für 700.000 Euro: Gemeinde Aying will Grundstücke auf Pump kaufen

Aying - von Wolfgang Rotzsche Tief in die Taschen greifen muss Aying, um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu realisieren. Einerseits wird heuer die Rücklage deutlich angegriffen, andererseits könnte ein Kredit in Höhe von 700 000 Euro notwendig werden.

Damit nimmt die Kommune in Kauf, dass die Pro-Kopf-Verschuldung deutlich steigt. Unverändert bleiben dafür aber weiterhin die Hebesätze. Und das seit 1992. „Wir wollen Steuererhöhungen vermeiden“, erklärte Kämmerer Hans Strunz im Gemeinderat. „Wir würden nur dann die Hebesätze ändern, wenn wir anderweitig gar nicht um die Runden kommen.“

In Einnahmen und Ausgaben schließt der Ayinger Haushalt für das Jahr 2015 mit rund 11,2 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Gesamthaushalt um 780 700 Euro. Mit ein Grund für das Plus ist eine deutliche Mehreinnahme bei der Beteiligung der Gemeinde an der Einkommenssteuer. Diese stellt im Verwaltungshaushalt den größten Einnahmeposten dar und wird sich heuer vermutlich auf 3,34 Millionen Euro belaufen. Hintergrund für die Mehrung sei, dass der Verteilungsschlüssel nicht mehr das Jahr 2007, sondern 2010 sei. Strunz gab als weitere Gründe das Bevölkerungswachstum und den wirtschaftlichen Aufschwung an. Dieser Betrag sei relativ sicher. Schankend könne dagegen immer die Gewerbesteuer sein, wie ein aktuelles Beispiel beweist. 2014 musste Aying durch die Umfirmierung eines Unternehmens ein Minus von einer halben Million Euro bei der Gewerbesteuer verkraften (wir berichteten). Vorsichtig geht der Kämmerer davon aus, dass 2015 1,9 Million Euro ins Gemeindesäckel kommen.

Erstmals wird bei der Kreisumlage die Zwei-Millionen-Euro-Grenze überschritten. Waren 2014 noch 1,8 Millionen Euro zu zahlen, sind es heuer rund 2,1 Millionen. „Eine ganz erhebliche Belastung für unseren Verwaltungshaushalt“, sagt Strunz.

Dennoch investiert die GemeindeAying auch in diesem Jahr, beispielsweise bei den Feuerwehren. Atemschutz und Digitalfunk in beiden Wehren sowie die Fahrzeugbeschaffung in Aying schlagen mit fast 600 000 Euro zu Buche.

Für Erschließungs- und Straßenbaumaßnahmen sind 468 200 Euro als Ausgaben vorgesehen. Für den Grunderwerb der östlichen Park-and-Ride-Anlage in Aying werden 70 000 Euro vorgesehen. Zum Grunderwerb: 700 000 Euro sollen als Kredit aufgenommen werden, um Grund als Tauschflächen zu erwerben. „Damit schaffen wir uns Handlungsräume“, sagte Strunz. Fast der gleiche Betrag soll aus den Rücklagen entnommen werden, um die Investitionen zu schultern.

Ganz und gar nicht gefällt dem Kämmerer, dass eine sehr geringe Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt, eine knappe Viertelmillion, möglich sein wird. Hans Strunz: „Das ist nicht zufriedenstellend, aber nicht anders möglich, weil wir eine eklatante Ausgabensteigerung haben.“ Letzteres resultiere etwa aus dem Mehraufwand bei der Kinderbetreuung. wjr

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