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In seinem Haus in Grünwald ist Hubertus Lindner am vergangenen Samstag verstorben.

Trauer um Grünwalds Altbürgermeister

Hubertus Lindner ist tot

Grünwald - Hubertus Lindner ist tot. Der Grünwalder Altbürgermeister und Ehrenbürger verstarb am Samstagabend in seinem Haus in Grünwald. Und damit genau an dem Ort, an dem er vor 81 Jahren geboren worden war. Sein Wirken hat Grünwald tief geprägt. Umso größer ist nun die Trauer in der Gemeinde – und darüber hinaus.

Seine tiefe Stimme, der innerliche Tonfall war ein Wesenskern von Hubertus Lindner, den jeder, der mit ihm zu tun hatte, im Gedächtnis behält. Geboren am 10. Februar 1935 im großzügigen Wohnhaus der Familie an der Nördlichen Münchner Straße in Grünwald hat Hubertus Lindner fast sein gesamtes Leben in der Gemeinde verbracht, die sich nun vor seinem Erbe tief verneigt.

Von 1984 bis 2002 war der dreifache Familienvater Erster Bürgermeister von Grünwald und bescherte den Parteifreien Bürgern Grünwald (PBG) ihre stärkste Zeit. Dem Kreistag gehörte Lindner von 1990 bis 2014 an, zwischen 2002 und 2008 war er zweiter stellvertretender Landrat unter Heiner Janik (CSU).

Der Einzug in den Gemeinderat seines Heimatortes war Lindner erstmals 1960 gelungen – damals war er mit 25 Jahren das jüngste Mitglied im Gremium. Nach dem Ende seiner Bürgermeisterzeit 2002 verließ er den Gemeinderat, auch aus gesundheitlichen Gründen. Sein Herz machte Probleme, eine größere Operation stand an.

2014 schließlich kehrte Hubertus Lindner als Altbürgermeister und Ehrenbürger Grünwalds im Alter von 79 Jahren als „einfacher“ Mandatsträger in den Sitzungssaal zurück, wo er die Achtung und den Respekt sämtlicher Fraktionen genoss. „Wenn er sich zu Wort gemeldet hat, ist zugehört worden – weil er wirklich was zu sagen hatte“, erinnert sich Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU), der zu seinem Vorgänger ein ausgesprochen gutes Verhältnis pflegte.

Gerne erinnert sich Neusiedl an Lindners 80. Geburtstag im vergangenen Jahr, den dieser bei bester Laune im August-Everding-Saal feierte, – oder an dessen Auftritte beim Rosenmontagstheater der „Freunde Grünwalds“ in der Römerschanz.

Als Gastgeber hatte sich Lindner in den 1980er Jahren einen Namen gemacht, als er, gemeinsam mit seiner Frau Marianne, bis zu 700 Gäste bei Feiern der Parteifreien in seinem Garten empfing. Dass man dort bestens verköstigt und unterhalten wurde, wussten unter anderem die Kessler-Zwillinge, Senta Berger, der Opernsänger Franz Klarwein oder Joachim Fuchsberger, ein weiteres Grünwalder Original, zu schätzen und kamen gerne dazu.

Die große Anerkennung der Bevölkerung erwarb sich Hubertus Lindner, der das Familienunternehmen „Heinrich Lindner und Lindner GmbH“ führte, durch seinen unermüdlichen Einsatz im Ehrenamt. 57 Jahre lang war er ohne Unterbrechung im Kirchenvorstand der evangelischen Thomasgemeinde aktiv und brachte sich als Vorsitzender des Präsidiums in der Prodekanatssynode ein. „Wir hatten alle gehofft, dass wir die 60 Jahre gemeinsam feiern können“, sagt Pfarrer Christian Stalter. Sein Glaube lag Lindner am Herzen, ebenso wie seine große Verbundenheit zur klassischen Musik, was sich unter anderem in seinem Einsatz für die Erich und Ute-Decker-Kulturstiftung widerspiegelte.

Für seine besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung wurde Lindner mit der Medaille in Silber geehrt. 2013 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und 2000 die „Grünwalder Fibel in Gold“.

Zur Sitzung des Gemeinderats vor einer Woche war Hubertus Lindner noch ins Rathaus gekommen, wenngleich gezeichnet von einer weiteren Operation. Nun hat sein Herz aufgehört zu schlagen, und Landrat Christoph Göbel spricht vielen aus der Seele: „Die Gemeinde Grünwald und der gesamte Landkreis verlieren mit Hubertus Lindner eine der prägendsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte.“

Sophia Heyland

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