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Als Rockstar Ryan Le Jones Lorenz Zellner versprüht Testosteron. Kathi und Fanny gehen in Deckung.

85 Jahre Laientheater D‘Römastoana

Mit Bikerjacke und gewitzter Prollfrisur

„Hula-Hula, let‘s rock“ erweist sich als Glücksgriff für die Theatergruppe der D´Römastoana. Die Premiere im Trachtenverein war ausverkauft, der Saal brodelte, die Stimmung war perfekt: Popcorn-Theater im besten Sinne. Möglich macht das ein Laiendarsteller-Team in bester Laune und Topform.

Sauerlach–Nach eher hintergründigen Stücken wie die „Gspenstermacher“ präsentiert das Ensemble mit „Hula-Hula, let‘s rock“ ein Stück zum Wohlfühlen und herzlichem Lachen. So verging der Abend wie im Fluge, gekrönt von Bravo-Rufen und Szenen-Applaus. Margarete Brunnhuber und erstmals Marianne Kastenmüller (beide Regie) trafen bei der Besetzung eine gute Wahl.

Das aktuelle Ensemble ist seit Jahren zusammengewachsen, die Vertrautheit der Akteure wertet das Stück auf. Regina Harlander, die Autorin des Dreiakters, kann sich über diese Umsetzung freuen.

Worum geht‘s? Michael Kiendl lebt in der Rolle des Ehemanns und Vaters Bernhard förmlich auf. Er soll auf Geheiß seiner Gattin für den katholischen Frauenbund beim Pfarrfest auftreten. Aber als Hawaiitänzerin im Hula-Rock? Da quillt in ihm der Widerstand, er wittert Spott und Häme. „Mit so ’nem neckischen Röckl direkt überm Krampfader-Geschwader, nein!“, sagt er zu seiner Renate. Monika Essendorfer giftet zurück: „Am Sonntag wird gehulat, basta!“ Das Paar kommt im Konflikt herrlich in Fahrt, das macht Spaß. Beistand hat Bernhard nur von seinem Spezl Anderl, gespielt von Robert Maier. Der geschäftsleitende Beamte der Gemeinde macht auch in Bikerjacke eine gute Figur. Und Luftgitarre spielen kann er auch. Chapeau! Die Spezln besuchen ein Konzert der „Crazy fat Eagles“, die Gruppe ihrer Jugend. Bandleader ist Ryan Le Jones, „ein Mann wie ein Gott, ich war sein größter Fan“, schwärmt Bernhard. Ein Verhängnis. Denn der kommt später zu Besuch – und will nicht mehr weg.

Lorenz Zellner gibt den Testosteron-sprühenden Rockstar mit Vokuhila-Frisur (vorne kurz, hinten lang). Ein Hammer. So herrlich prollig, kaugummikauend, mit amerikanischem Slang. Viel Beifall, als er nur mit seidenem Bademantel und Cowboystiefeln bekleidet in Bernhards Guter Stube auftaucht. Und beinah blankzieht! Versammelt dort: Bernhards Frau Renate, Tochter Kathi (voller Esprit: Alexandra Maier) und die Schwiegermutter Fanny. In dieser Rolle mit Sympathie und Applaus begrüßt: Elke Maier. Mit grauer Perücke und ebensolchem Omakleid – ein Knaller. Was die drei Frauen von dem Star halten? Das wird nicht verraten. Auch nicht, ob Bernhard den Rockstar wieder los wird.

Denn als dessen Fangemeinde mitbekommt, dass Ryan Le Jones in Sauerlach ist, hält seine Groupies nichts mehr. Sie belagern das Haus, BHs fliegen – der Haussegen wankt. „Meine Unterwäsche kriegen Sie nicht“, ätzt die graue Fanny. „Damit kann ich leben“, grinst Le Jones.

Tolle Situationskomik, witzige Dialoge, sympathische Darsteller. Mit dabei auch Kathis Freund Thomas (Paraderolle für Robert Essendorfer) und Marianne Trischberger als Rosa. Ein richtig schöner Theaterabend.

Weitere Aufführungen:

am 14., 15. und 21. April, 19 Uhr; Karten für zehn Euro gibt es unter der Rufnummer 08104-7117 sowie donnerstags (16 bis 18 Uhr) und samstags (10 bis 12 Uhr) im Trachtenheim.

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