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Abgasuntersuchung bei einem Diesel: Ein Messschlauch steckt in einem VW Golf.

Manipulierte Diesel-Software

Ultimatum zum Umrüsten

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Zwei Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals rollen noch immer Autos mit manipulierender Software über die Straßen. Nun hat die Kfz-Zulassungsstelle des Landratsamts München betroffene Fahrzeughalter aufgefordert, ihre Pkw nachzurüsten.

Landkreis – Sollten die Autobesitzer der Aufforderung zum Nachrüsten nicht nachkommen, kann das Landratsamt München die Zulassung entziehen. Das hat die Behörde auf Nachfrage des Münchner Merkur mitgeteilt. Im September 2015 kam ans Licht, dass Volkswagen Diesel-Fahrzeuge manipulierte. Die Autos stoßen beim Fahren auf der Straße mehr Schadstoffe aus als bei Abgasmessungen. Im Zuge des Dieselgates stellten Studien auch bei Modellen andere deutscher Automobilhersteller entsprechende Abweichungen fest. Zuletzt hatte BMW mitgeteilt, dass rund 11 000 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet worden seien. Die Autobranche hat beim Dieselgipfel im August 2017 Software-Updates für 5,3 Millionen Pkw zugesagt. Dies sind zum einen 2,46 Millionen VW-Diesel, für die der Konzern Pflichtrückrufe angeordnet hatte. Zum anderen 2,84 Millionen Autos aus freiwilligen Rückrufaktionen der Hersteller. Insgesamt sind aus diesen beiden Rückrufaktionen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums inzwischen rund 2,5 Millionen Fahrzeuge umgerüstet.

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat die Zulassungsstellen darüber informiert, welche Autos noch mit manipulierender Software herumfahren. Die Behörde meldete der Kfz-Zulassungsstelle im Landratsamt 20 Halter. Diese habe man zur Nachrüstung aufgefordert, so eine Sprecherin. Sie hätten Gelegenheit, sich zum Sachverhalt zu äußern. Sollten sie die Umrüstung nicht nachweisen können, erhalten sie zunächst einen gebührenpflichtigen Bescheid. Anschließend müssen die Halter innerhalb von vier Wochen, die Umrüstung ihres Fahrzeuges nachweisen. Sollten sie die Aufforderung missachten, droht die Behörde mit der Abmeldung des Autos. Diese werde nach Ablauf einer gesetzten Frist angeordnet. „Bislang wurde vom Landratsamt aber noch keine Betriebsuntersagung eingeleitet oder durchgeführt.“

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