Beim Bau des Lärmschutzwalls kam es offenbar zu Unregelmäßigkeiten. Ein Teil des Kiesaushubs wurde zweckentfremdet. Foto: big

Abgebauten Kies zweckentfremdet

Brunnthal - Empörung beim Bau des Brunnthaler Lärmschutzwalls: Die Taufkirchner Firma Leserer hat einen Teil des Kiesaushubs offenbar zweckentfremdet.

Die Taufkirchner Firma Leserer Erdbewegungen hatte nach einer Ausschreibung den Auftrag zu umfangreichen Arbeiten im Südbereich des insgesamt rund 1,6 Kilometer langen Lärmschutzwalls entlang der A 8 erhalten. Im Bauausschuss wurden nun Klagen laut: Der Unternehmer habe seine 30-Tonner-Lkw nicht wie vereinbart auf einer Südroute über die Autobahn und einen laut Vertrag eigens von ihm zu errichtenden Baustellenzubringer an den Wall gefahren, sondern Gemeindestraßen benutzt, diese teilweise beschädigt und Anwohner belästigt. Nach Aussagen von Bürgermeister Stefan Kern (CSU) hätten sogar Gemeinderäte dieses Vorgehen dokumentiert und mit Leserer „teilweise heftige Auseinandersetzungen geführt“.

Besondere Verärgerung verursachte allerdings der Umstand, dass der Unternehmer offensichtlich Kies aus dem Umgriff des Walls nicht wie verabredet für die Befestigung der Baustellenzufahrten, sondern andernorts verwendet hat. „Er hat damit nach unseren Erhebungen einen anderen Aushub im Gebiet Brunnthal Nord verfüllt“, verriet Kern.

Insbesondere Sylvester Schuster (UBW) stieß dieses Vorgehen sauer auf. Er vermutete vor allem geschäftliche Interessen auf Kosten der Gemeinde. „Der hat rund 4000 Kubikmeter Kies im Umkreis des Walls ausgehoben und nicht wie verabredet verwendet“, echauffierte sich Schuster. Der Wert sei zu hoch gegriffen, widersprach Kern und nannte auf Nachfrage 1500 Kubikmeter als Größe. Die entstandenen Löcher im Bereich der Wallaufschüttung habe das Unternehmen anderweitig gefüllt.

Für den Bürgermeister ist die ganze Angelegenheit auch ein „Kommunikationsfehler“. Für die Kosten der Wegeherstellung habe man Leserer beschränkten Kiesabbau vor Ort erlaubt – der habe aber zu viel „abgebaut“. Derzeit laufen Gespräche der Beteiligten mit dem Ziel einer Einigung. „Wir hatten ein gutes Gespräch“, so Kern. „Zudem werden wir dem Unternehmen künftig noch genauer auf die Finger schauen.“

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