+
Dreimal 1,0 und einmal 1,2. Und drei von diesen Vieren wollen - wahrscheinlich - Medizin studieren. Die Pullacher Abiturienten (v.l.) Janine Tschirschwitz, Lea Berz, Dennis Kühn und Lukas Endrös.

Gymnasium Pullach

Abinoten: Otfried Preußler wäre stolz auf seine Schützlinge

Pullach - „Ich hab gedacht, das geht viel schneller.“ „Ich halt’s nicht aus, wenn weitergeschrieen wird.“ Es wurde aber weitergeschrieen, und es ging auch nicht besonders schnell bei der Bekanntgabe der Abitur-Noten im staatlichen Gymnasium in Pullach am Freitagmittag.

Vor dem Sekretariat im ersten Stock neben der Vitrine mit diversen Büchern von Otfried Preußler, nach dem die Schule benannt ist, warteten die Abiturienten auf ihre Ergebnisse. Die im Schnitt ziemlich gut waren, wie Schulleiterin Renate Einzel-Bergmann zufrieden feststellte. Dreimal gab’s die Traumnote 1,0, und 30 von 88 Abgängern nehmen einen Einserschnitt mit in ihr Leben. Das ja jetzt erst so richtig anfängt. 

Von den Besten der Schule wollen zwei Medizin studieren: Dennis Kühn und Lukas Endrös. Dennis meinte, er habe „nicht sooo viel gelernt“, sei aber schon „drangeblieben“. Er sagte: „Ich kann’s einfach nicht fassen“, er habe immer „mitgeschrieben, mitgemacht“. Aber mit der bestmöglichen Note eben nicht gerechnet. Erstmal will er jetzt ein Praktikum machen in einer chirurgischen Praxis – und dann entscheiden, ob er vielleicht doch noch umschwenkt auf Maschinenbau. Lukas Endrös, der aus dem Strahlen kaum mehr rauskam, erzählte, er habe sich am Anfang der Oberstufe ziemlich engagiert – aber sei trotzdem schlechter gewesen als später, obwohl er da die Dinge lockerer anging. 1,5 als Schnitt sei sein Ziel gewesen. Gleich mit dem Studium anfangen will er eigentlich nicht: „Ich mach’ erst ein Praktikum.“ Und verreisen wolle er schließlich auch noch. Dann wird er geherzt von allen Seiten. Zu einer Lehrerin, die auch gerade im Sekretariat ist, meint er: „Es hat sich gelohnt, in Latein durchzuhalten.“ 

Auch mit einer 1,0 hat Janine Tschirschwitz abgeschnitten. Sie meinte: „Ich hab meine Lernroutine einfach weitergeführt.“ Die hübsche, junge Frau mit den vielen Armbändern hat sich schon für die nächsten Prüfungen angemeldet – sie bewirbt sich um ein Stipendium im Maximilianeum. Studieren will sie Geowissenschaften, und zwar schon diesen Herbst: „Ich weiß nicht, was ich sonst machen sollte.“ 

Mit einer 1,2 in der Tasche ging am Freitag Lea Berz nach Hause. Sie will ebenfalls Medizin anfangen, „am liebsten in Heidelberg“. Aber auf keinen Fall gleich. „Ich mache jetzt erstmal Pause.“ Sie will Verwandte besuchen in Kanada, Geld verdienen, herumreisen, ihr Englisch verbessern. Derweil wurde draußen, im Vorraum des Sekretariats, weitergeschnattert, weitergekreischt, auch vereinzelt geweint. Ein Junge sagte: „Ich muss jetzt gleichmal meine Mutter anrufen.“ Das war früher auch anders.Andrea Kästle

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Höhere Kita-Gebühren
Die Eltern in Höhenkirchen-Siegertsbrunn müssen sich ab September auf deutlich höhere Kindergartengebühren einstellen.
Höhere Kita-Gebühren
Schluss mit lieblos
Eine Mini-Wippe, ein klitzekleiner Sandkasten, fertig: Bisweilen lieblos hingeknallt wirken Kinderspielplätze in Wohnanlagen. Das soll sich in Unterhaching nun ändern – …
Schluss mit lieblos
Pan, Rittersporn und Kanone
Am Sonntag ist der Tag der offenen Gartentür. Aus diesem Anlass hat der Münchner Merkur das Ehepaar Schreiber in Oberhaching besucht. Pflanzen stehen hier ganz oben auf …
Pan, Rittersporn und Kanone
Über vier Jahre Haft für Chef einer Diebesbande
Der Kopf einer Einbrecherbande muss für vier Jahre und vier Monate hinter Gitter. Das entschied am Freitag das Landgericht München I.
Über vier Jahre Haft für Chef einer Diebesbande

Kommentare