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Musiklehrer mit zwei Ex-Schülern: Das sind „Phondue“. Richtig gut.

Mit "Phondue"

Abriss-Konzert für die Therese-Giehse-Realschule

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Unterschleißheim - Das war es dann. Viele haben sich von der Realschule verabschiedet, die abgerissen wird. Mit Konzerten der Band "Phondue", in der viel Therese-Giehse-Realschule steckt.

Nach 30 Jahren wird die Therese-Giehse-Realschule Unterschleißheim abgerissen. Im Herbst zum Schuljahresbeginn ziehen alle in den Neubau um, und wenn die alte Schule weg ist, kann auch der Pausenhof erweitert werden. Ganz ohne Abschied wollen sich die Unterschleißheimer aber nicht vom alten Bau trennen. Und so saßen beim Abriss-Konzert die beiden ehemaligen Therese-Giehse-Realschüler Michael Kavelar und Benjamin Koch auf der Bühne sowie ihr damaliger Musiklehrer Roland Stöhr.

Die drei musizieren seit rund 20 Jahren zusammen und haben sich auf Austro-Pop spezialisiert, sie stehen aber eher selten bei solch großen Konzerten gemeinsam auf der Bühne. Nachdem die Ex-Schüler ihre Abschlusszeugnisse schon lange haben, konnten sie ziemlich ungeniert Geschichten von vor 20 Jahren erzählen.

Große und kleine Sünden der Schulfamilie

Neben der Idee der Musiker zu diesem Abriss-Konzert unter dem Motto „Sing vorm Abschied leise Servus“ war auch das Datum besonders. Das zweite Konzert am Samstagabend war auf den Tag genau 18 Jahre nach dem letzten Auftritt von „Phondue“ auf der Bühne in der Schulaula. Allerdings war das mit dem Konzert nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich boten die drei Unterhaltungskünstler den rund 150 Gästen an den beiden Abenden ein lokales Kabarett, bei dem Schulprotagonisten von damals alle kleinen und mittleren Sünden gnadenlos aufs Brot geschmiert bekamen.

So blickte Benjamin Koch genüsslich auf seinen musikalischen Anfang zurück: „Ich konnte vier Akkorde und damit alle Lieder von Hans Söllner. Damit stand ich im Mittelpunkt der Klasse, obwohl ich da gar nicht hin wollte.“ Der weitere Weg führte ihn zur damaligen Rektorin Franziska Gottlieb, die den jungen Mann zu seinem Glück zwang. „Danke, dass sie alles so gemacht haben. Ich bin in die Schulband gegangen, habe ein paar Akkorde mehr gelernt“, sagte Koch.

Sein Kollege Michael Kavelar brachte das Publikum schallend zum Lachen mit der Anekdote vom Vertrag mit seiner damaligen Musiklehrerin Monika Noichl-Graf. Die habe ihm für die Band-Karriere ein 10-Liter-Fass Bier versprochen. Das brachte die Rektorin allerding jetzt erst zum Abschlusskonzert mit und löste so die vertraglich vereinbarte Prämie mit 18 Jahren Verspätung ein.

Auch musikalisch sorgte das Trio der wahrlich nicht auf den Mund gefallenen Herren für beste Unterhaltung. „Phondue“ rissen ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen hin und sorgten mit dafür, dass dieses Schulhaus, in dem die Menschen so viele Geschichten geschrieben haben, den Unterschleißheimern in guter Erinnerung bleiben wird. Der letzte Akkord ist verklungen – und die Abrissbagger dürfen sich im Herbst an die Arbeit machen.

Nico Bauer

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