Absage an Bayern-Rundfahrt: Nicht innovativ genug für Unterschleißheim

Unterschleißheim - Über alle Parteigrenzen hinweg haben sich die Stadträte gegen Unterschleißheim als Ausgangsort für die Bayern-Rundfahrt 2011 ausgesprochen.

Die Entscheidung fiel einstimmig im Hauptausschuss - und überrascht. Lässt doch gerade Unterschleißheim wenige Gelegenheiten aus, wenn es darum geht, das Image als innovative, weltoffene Stadt zu polieren.

Mit rund 30 000 Euro seien die Kosten für das Spektakel vom 24. Mai bis zum 29. Mai 2011 zu hoch, hatten die Stadträte argumentiert. Außerdem waren Zweifel daran aufgekommen, ob es möglich sei, die notwendigen Übernachtungsmöglichkeiten bereitzustellen. 360 Gäste, so hatte der Veranstalter, der Verein „Internationale Bayern Rundfahrt“, gefordert, müssten untergebracht werden. Also entschieden die Stadträte: Das Geld wird nicht ausgegeben, der Verein muss sich einen anderen Startpunkt suchen.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hätten die Zuständigen in der Stadtverwaltung Kosten und Nutzen sorgfältig abgewogen, sagte jetzt Pressesprecher Thomas Stockerl. Das Ergebnis sei eindeutig ausgefallen: Ausgangspunkt für die Tour zu sein, sei nicht innovativ. „Das kann jeder machen, da ändert auch die kurzfristige Präsenz in den Medien nichts.“ Die Stadt stellt sich als „Innovative Community Unterschleißhim“ (ICU) dar - Ausgangspunkt für ein Radrennen klingt da nicht so imagefördernd. „Die veranschlagten 30 000 Euro seien in der Folge „viel zu viel“, zumal Einigkeit darüber herrsche, mögliche, bereits bekannte Sponsoren „nicht überstrapazieren“ zu wollen.

Ebenfalls aus Sorge vor zu hohen Kosten hatte die Stadt Freising für die diesjährige Bayern-Rundfahrt abgesagt. Eingesprungen war Erding, wo die Stadträte einstimmig votiert hatten. Eine Entscheidung, die Erdings Bürgermeister Max Gotz bis heute freut. Die Bayern-Radtour sei eine „tolle Geschichte“ gewesen, „sehr medienwirksam“. Die Auslastung der Hotels habe gestimmt, die Stadt sei „überregional“ wahrgenommen worden und für den Rad-Sport sei es ein positiver Moment gewesen. Wie Gotz sagt, hat Erding zwischen 5000 und 6000 Euro für die Veranstaltung investiert. Alles andere hätten Sponsoren übernommen. Das sei „ruck zuck“ organisiert gewesen.

Ob sich das Engagement allerdings nachhaltig ausgewirkt hat, vermag Bürgermeister Gotz nicht zu sagen. Er spricht lieber von einem „Mosaiksteinchen“, das zum Bekanntheitsgrad der Stadt beigetragen habe. Wie die Therme oder das Erdinger Weißbier.

Ilsabe Weinfurtner

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