Hier wird ziemlich gerast: Bei der Ortseinfahrt Kleindingharting sollen künftig deshalb die Autofahrer wirkungsvoller eingebremst werden.  Foto: Andrea Kästle
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Hier wird ziemlich gerast: Bei der Ortseinfahrt Kleindingharting sollen künftig deshalb die Autofahrer wirkungsvoller eingebremst werden.

Falscher Auszählung

Abstimmungs-Panne bremst Bremser

  • vonAndrea Kästle
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Eigentlich sollte der Verkehr ausgebremst werden, doch dann bremste eine Abstimmungspanne die Kommunalpolitiker in Straßlach-Dingharting.

Straßlach-Dingharting – Auf der Verbindungsstraße zwischen Großdingharting und Kleindingharting wird zum Teil ziemlich gerast. Lang hat sich deshalb der Gemeinderat der kleinen Gemeinde Straßlach-Dingharting in seiner jüngsten Sitzung darüber Gedanken gemacht, wie man die Autofahrer ein wenig effektiver einbremsen könne – denn längst ist in Kleindingharting Tempo 30 Pflicht, was auch auf der Straße aufgemalt ist und natürlich entsprechend ausgeschildert wurde.

Nach ausführlicher Diskussion wurde entschieden, die Straßenmarkierung zu erweitern, die 30 auf dem Asphalt unter anderem mit rotem Kreis zu umrunden. Letztlich muss aber der Punkt nochmal in der nächsten Sitzung behandelt werden. Denn es kam leider erst am Ende der Sitzung heraus, dass sich die Verwaltung bei der Abstimmung verzählt haben muss.

Sabine Hüttenkofer von den Grünen hatte offenbar nochmal nachgerechnet – und war zu dem Schluss gekommen, dass das Ergebnis acht zu fünf Stimmen für die Zusatz-Markierung nicht stimmen könne. Was deshalb erst nicht aufgefallen war, weil ein Gemeinderat gerade draußen gewesen ist, einer nicht mitstimmen durfte wegen Befangenheit. Das Ganze spielt deshalb eine Rolle, weil, ehe die Markierungen beschlossen wurden (sehr knapp mit sechs zu sieben Stimmen), der Vorschlag von Florian Brunsch (FWG), Asphaltwellen in der Hauptstraße von Kleindingharting einzubauen, abgelehnt worden war. „Tut mir leid, wir werden die Abstimmung in der nächsten Sitzung wiederholen“, sagte Bürgermeister Hans Sienerth (parteilos) zum Gremium.

Dabei hatten die Beteiligten ausführlich sämtliche in Betracht kommenden Maßnahmen gegen die Raser diskutiert. Messungen, die sich ein Kleindinghartinger gewünscht hatte, haben ergeben, dass zwar auf der Durchgangsstraße im Schnitt mit 35 Stundenkilometern recht gemäßigt gefahren wird – aber es wurden eben auch Raser gemessen, die dort mit über 100 km/h unterwegs gewesen sind, vor allem Richtung Großdingharting, wo die Landschaft sich schnell weitet.

Florian Zweckinger von der CSU hatte angeregt, zwei mobile Verkehrsinseln an den jeweiligen Ortseingängen auf der Straße zu verschrauben, „die kosten nicht viel, wenn sie sich nicht bewähren, sind sie in einer Woche abgebaut“. Den Vorschlag, erstmal die Markierungen zu erweitern, hatte Frank Ritter (UWV) gemacht. Neben dem roten Kreis um die „30“ schlug er noch sogenannte „Haifischzähne“ vor: Dreiecke, die in die Straße hineinweisen. Jetzt können sich die Beteiligten über die Angelegenheit noch eine Weile Gedanken machen.

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