Abwasserentsorgung: Anfangs nur einseitige Informationen geflossen

- VON RAFAEL SALA Straßlach - Das Thema Abwasserkonzept hat den Straßlacher Gemeinderat auch in der jüngsten Sitzung wieder beschäftigt. Wie berichtet, diskutieren die Gremiumsmitglieder derzeit intensiv darüber, ob der Ortsteil Holzhausen mit seinen 150 Einwohnern an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen oder mit biologisch arbeitenden Reinigungssystemen, so genannten Drei-Kammer-Gruben, ausgestattet werden soll.<BR>

<P>Eigentlich hatten sich die Holzhausener Bürger im November vergangenen Jahres bereits für die Alternative Kleinkläranlage entschieden, doch dann flatterte ihnen verspätet ein Infoschreiben von Werkleiter Uwe Bredendiek (SPD) ins Haus, der sich zum Zeitpunkt der entscheidenden Versammlung im Ausland aufgehalten hatte. In seinem Schreiben warnte Bredendiek nachträglich vor den Kosten, die solche Anlagen mit sich bringen würden. Der Anschluss an den Kanal sei die wesentlich günstigere Variante und obendrein mit keinem Wartungsaufwand verbunden, teilte der Werkleiter mit.<P>Diese Einschätzung rief den Holzhausener Bürger Peter Lehmann-Horn auf den Plan. "Ich kann Ihnen sagen: Wenn wir dieses Schreiben früher erhalten hätten, dann hätten sich viele nicht für die Kleinkläranlagen entschieden. Sie sind ganz unglücklich mit dieser Empfehlung", äußerte der im Publikum sitzende Betroffene. Er war von Bredendiek gebeten worden, eine Stellungnahme abzugeben.<P>Der Bürgerbewegung schmeckte dieser unerwartete Ad-hoc-Auftritt eines Kanalbefürworters, welcher von der Gemeinderatsmehrheit durchgedrückt worden war, allerdings gar nicht. "Für wie viele Leute sprechen Sie denn?", fragte Lotte Gießler Lehmann-Horn geradeheraus. Der versicherte, dass zahlreiche Bürger eine neue Veranstaltung wünschten, um detaillierter informiert zu werden. Auf der November-Versammlung seien nur einseitige Informationen zugunsten der Kleinkläranlagen geflossen. Man wünsche sich auch einen Experten auf der Gegenseite.<P>Oliver Seth (BB) indes beteuerte, dass "die Holzhausener Bürger höchst informiert sind". Lade man einen Vertreter des Ingenieurbüros Abwa-Plan ein, riskierten die Holzhausener die Objektivität. "Es ist ja klar, dass die an dem Kanal verdienen wollen." Roland Killer (BP) hielt der Bürgerbewegung daraufhin vor, die Wünsche der Ortsteilbewohner zu Sachverständige bei Veranstaltung im März ignorieren. "Ich dachte, Sie sind für die Bürger? Was ist denn so schlecht an einer Informationsveranstaltung?" Das Gremium verständigte sich schließlich darauf, zur voraussichtlich im März geplanten Veranstaltung Sachverständige sowie einen unabhängigen Moderator hinzuzuziehen.<P>

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