Abwehrfront gegen den Transrapid

- Bürgermeister legen neue Studie vor

Unterschleißheim (an) - Erneut haben sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden gegen den Transrapid ausgesprochen. Ihre Argumentation untermauern sie seit gestern mit einer neuen Studie, die sich klar für die so genannte Rad-Schienen-Lösung ausspricht. "Es ist nicht unsere Absicht, als Technologiefeinde anzutreten", sagte Unterschleißheims Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU). "Der Transrapid aber würde uns auf Generationen hin mit Problemen belasten."

Die von Neufahrn, Eching, Ober- wie Unterschleißheim in Auftrag gegebene Studie des Büros Vieregg & Rößler befürwortet statt des Transrapids zwei zusätzliche Schienenpaare entlang der A 92 zum Flughafen. Der große Vorteil: Die viel diskutierte Express S-Bahn könnte auf ihnen ebenso rollen wie ein Güterzug. Der Zeitverlust gegenüber dem Transrapid wäre gering, die Kosten lägen mit rund einer Milliarde Euro im Bereich des Transrapids, der jedoch zusätzlich eines Bundeszuschusses über 550 Millionen Euro bedarf. Somit liegt der Transrapid tatsächlich - je nach Aussage - bei 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro.

Vor der Pressekonferenz im Rathaus von Unterschleißheim hatten die Bürgermeister Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Magnetbahnvorbereitungsgesellschaft, des Flughafens und der Landeshauptstadt über die Alternativplanung informiert. Laut Echings Bürgermeister Josef Riemensberger ist die Studie nur "zur Kenntnis genommen" worden. "Dabei sprechen wir für 80 000 Einwohner."

Wirtschaftsministerium äußerst skeptisch

Von der Rad-Schienen-Technik wollen sich die Bürgermeister nicht abbringen lassen. Fahrgäste und Gemeinden profitierten von dieser Lösung, sagt Oberschleißheims 2. Bürgermeister Wolf-Dietrich Großer. Fahrgäste kämen im Express-Tempo zum Flughafen. Gleichzeitig könnte der zur Zeit durch die Gemeinden rollende Güter- und Regionalverkehr auf die neue Trasse verlegt werden, während innerorts nur noch die S-Bahn verkehrt. "Die Lärmbelästigung geht zurück und wir können unsere Bahnhöfe endlich behindertengerecht ausbauen", meinte Großer. Über die Aussichten des Alternativkonzepts äußerte er sich eher zurückhaltend: "Die wollen einfach nicht", sagte er und ein wenig Verzweiflung schwang da mit.

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