So klingt Heimat: Die Argeter Alphornbläser bescheren der Dorfweihnacht Momente des Innehaltens. Und an den Ständen wird nicht der Kauflust gefrönt, sondern gutes altes Handwerk bestaunt, zu dem Muße gehört. Foto: robert brouczek

Ein Adventsmarkt "made in Arget"

Arget - „Alles hier ist made in Arget“, verkündet Hannelore Fesl stolz. Sie muss es wissen. Die 52-Jährige ist Veranstalterin der vierten Argeter Dorfweihnacht. Ein Traum von einem Weihnachtsmarkt, inmitten eines Bilderbuchdorfs. Sowas spricht sich rum.

Und so kamen, wie in den Vorjahren, über das Wochenende verteilt Tausende Besucher, um sich auf den Advent einzustimmen. Die Oberhamer Straße: eine Romantik-Meile im Lichterglanz. Arget, einer der zwölf Ortsteile der Gemeinde Sauerlach, gilt als das letzte noch vollständig erhaltene Straßendorf des Landkreises. Wie Perlen auf der Schnur liegen hier historische Gebäude beieinander.

Schirmherr der Dorfweihnacht ist heuer Christoph Göbel (CSU). Gern hatte der Landrat sein Kommen zugesagt. Und auch für Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) ist der Bummel ein Muss. Der Duft von Orangen-Punsch, Lebkuchen und Spezialitäten zieht sich durch die belebten Gassen. Zahlreiche Musikgruppen treten auf. Alphornbläser, Korona-Musi oder Goldkehlchen, denn Arget ist reich an musikalischem Talent.

Viel Interessantes gibt es außerdem zu entdecken. Etwa eine echte Goldmarie - Elisabeth Schönauer aus Osterwarngau (Kreis Miesbach). Mit viel Geschick lässt die 41-Jährige Goldfäden durch ihre Finger gleiten und sorgt damit für das I-Tüpfelchen an so mancher Tracht. Sie ist Goldstickerin. Mit fleißiger Nadel verziert sie Mieder oder Hosenträger, fertigt schönste Halsbänder. Vor den Augen der Argeter stickt sie an einer Riegelhaube für eine Münchner Tracht.

Eigentlich ist Schönauer gelernte Feinwerkmechanikermeisterin. „Bayernweit als erste Frau“, sagt sie stolz. Gelernt ist gelernt, das erklärt die Perfektion, mit der sie bei der Sache ist. Gelernt hat sie ihre Kunstfertigkeit durchs Zuschauen bei kundigen Näherinnen und - tatsächlich - durch Geschichten aus dem Orient. „Von dort stammt das Handwerk nämlich ursprünglich“, fügt sie hinzu. Hat sie ein Atelier? „Nein“. Alles was sie fertigt, entsteht daheim in der Bauernküche. Mit ihr in der Argeter Stube sitzt Marianne Rau. Die 74-Jährige zeigt eigene posamentierte Quasten. Seit 25 Jahren ist das ihr Metier. In diesem Jahr waren knapp 50 Stände vor Ort, einige weniger als sonst. „Aber alle sind handverlesen, ihr Angebot stammt aus der Region“, versichert Hannelore Fesl.

Im nächsten Jahr will Fesl die Organsation abgeben. Wie es weitergeht lesen Sie in der Print-Ausgabe am Montag, 1. Dezember.

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