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An Schönwetter-Wochenendtagen wird der Landschaftspark im 126 Hektar großen Areal zwischen Unterhaching, Neubiberg und Ottobrunn rege frequentiert. Rund um die 3,5 Kilometer lange ehemalige Flughafenpiste tummeln sich Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Nordic-Walker, Skater – und natürlich auch Hundebesitzer. Nachdem es immer wieder zu unangenehmen Zwischenfällen mit frei laufenden Hunden gekommen war, ist 2008 eine „Hundemeile“ im Norden (entlang des Zauns zur Bundeswehr-Uni) eingeführt worden. Im restlichen Landschaftspark gilt Leinenzwang für Hunde, worauf Schilder an den Eingängen hinweisen.

Ärger mit nicht angeleinten Hunden im Landschaftspark

Unterhaching/Neubiberg - Im Landschaftspark Hachinger Tal stören sich "normale" Spaziergänger und Sportler an Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner jenseits der ausgewiesenen "Hundemeile" von der Leine lassen.

Im Online-Gästebuch der Gemeinde Unterhaching (www.unterhaching.de) klagt Roswitha S. ihr Leid: „Jetzt kommt wieder die Zeit, wo man gerne im Landschaftspark seinem Sport nachgehen möchte, wäre nicht der ständige Ärger mit den Hunden und ihren Besitzern.“ Eigentlich gibt es auf dem Areal zwischen Unterhaching und Neubiberg seit einigen Jahren eine eigens ausgewiesene „Hundemeile“ (entlang des Zauns der Bundeswehr-Uni), auf der die Vierbeiner frei laufen dürfen - ansonsten gilt strikter Leinenzwang. „Ich bin zum x-ten Mal von einem Hund attackiert worden, weil sie meine Nordic-Walking-Stecken nicht mögen“, ärgert sich Roswitha S. Zudem seien die Hundebesitzer, weise man sie auf den Leinenzwang hin, „dermaßen unverschämt, dass einem nicht mehr einfällt“.

Rathaus-Sprecher Simon Hötzl glaubt, dass „die Problematik der Nutzungskonflikte fast so alt ist wie der Landschaftspark selbst“. Er räumt aber ein, dass die Gemeinde vor allem im Frühjahr beobachte, „dass von den Hundebesitzern die ausgewiesenen Freilaufbereiche nicht eingehalten werden“.

Sind es „bedauerliche Einzelfälle“, wie Hötzl vermutet, oder steckt mehr Zoffpotenzial dahinter? Fakt ist: Unter anderem wegen der Hundemeilen- und Leinenzwangregelung hatte die Gemeinde Unterhaching teilweise einen eigens engagierten Sicherheitsdienst auf Patrouille geschickt, um „auf Information und Aufklärung zu setzen“, so Hötzl. Diese Wirkung ist womöglich verpufft, denn schon 2010 fanden die Patrouillen nur noch punktuell statt, für 2011 wurden sie bislang ganz abgeschafft.

Ob sie wieder eingeführt werden, ist eine Ermessensfrage. Thomas Portenlänger, im Unterhachinger Rathaus zuständig für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, sieht es so: „Wenn sich jeder ein bisschen mehr an die Regeln hält, sollte das alles kein Problem sein.“ Also Hundehalter auf die Hundemeile, Jogger und andere Bewegungssportler auf Landebahn oder die Wege südlich davon.

Vorerst will die Gemeinde die Entwicklung lediglich beobachten - aber spätestens im Sommer, wenn es im Landschaftspark richtig voll wird, auch wieder öfters Kontrollen durchführen. Roswitha S. würde sich solch ein Durchgreifen am liebsten sofort wünschen: „So lange nicht kontrolliert wird und man uneinsichtige Hundebesitzer zur Kasse bittet, bleibt’s halt so - Pech für alle Nicht-Hundebesitzer.“

Martin Becker

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