Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Jubel nach dem Finale: Sänger und Musiker im Bürgerhaus Pullach.

Zwei Konzerte mit rund 500 Besuchern

"Schöpfung" in nur einer Stunde

Pullach - Singkreis, Kammerorchester und Solisten führen Haydns Oratorium in gekürzter Fassung auf

Die Aufführung von Höhepunkten aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn im Bürgerhaus, an zwei Tagen und am vor insgesamt etwa 500 Musikfreunden, wurde für den Singkreis Pullach, das Pullacher Kammerorchester und das renommierte Solistenterzett ein großer Erfolg. Das lag an der besonderen Umsetzung: Denn die beiden Amateurensembles hätten sich mit der ungekürzten Wiedergabe schwer getan, die Dauer von fast drei Stunden hätte auch Hörer ermüden können. 

Zu ihrem Konzept befragt, sagte Irmtraut Mallach, die den Singkreis Pullach seit nunmehr 44 Jahren leitet: „Ich habe aus allen drei Teilen die schönsten Chorsätze ausgewählt, desgleichen Arien für jeden Solisten sowie Terzette.“ All das ließ sich in nur einer Stunde verwirklichen. Man glich den Wegfall der heiklen „Vorstellung des Chaos“, die Einleitung, durch spätere sinfonische Vor- und Zwischenspiele aus, bei denen die 36 Musiker einmal mehr polyphone und lautmalerische Momente ansprechend gestalteten. Also begann als Erzengel Raphael der weich timbrierte Bass Klaus Ronck das Rezitativ „Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde“, das der Chor fortsetzte und nach Gottes Befehl, die Finsternis zu beenden, bei „und es ward Licht“ das letzte Wort, stets die größte Überraschung des Oratoriums, mit strahlender Stärke ausstieß, zum Orchester samt Bläsern und Pauken. 

Die 65 Choristen bewährten sich weiterhin, auch wenn sie das eröffnende „Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser“ zu laut und damit kaum geheimnisvoll sangen wie das von Haydn vorgeschriebene „sotto voce“ (mit gedämpfter Stimme). Im Eifer geriet auch der Satz „Und eine neue Welt entspringt auf Gottes Wort“ zu kraftvoll, dabei drückten die Choristen hier belebende Hoffnung wunderbar aufmunternd aus. Mit umfangreichen Fugen, die sie ruhig und stetig durchmaßen, erinnerten sie zugleich an die Tradition Händels, dessen Oratorien die Briten kultisch verehrten. Das war die Voraussetzung, „The Creation“ zu komponieren, noch dazu nach Texten teils aus dem Epos „Das verlorene Paradies“ des englischen Dichters John Milton. 

Eine Aufführung auch von Höhepunkten der „Schöpfung“ steht und fällt freilich mit den Solisten. Neben dem genannten Bassisten, der außer dem Raphael den Adam als glücklichen Bewohner des irdischen Paradieses verkörperte, beeindruckte Kevin Conners als Erzengel Uriel. Dank tenoraler Strahlkraft entfaltete der Kammersänger am Nationaltheater Rezitative mit Dramatik und machte den Lobpreis von Gottes Werk auch in den Arien glaubhaft. So brachte er den Bericht „In vollem Glanze steiget jetzt die Sonne strahlend auf“ zur Wirkung, zart das „Mit leisem Gang und sanftem Schimmer schleicht der Mond die stille Nacht hindurch“. Mit leuchtend schönem Sopran ergänzte Rumi Buchner als Gabriel Terzette, so „Der Herr ist groß in seiner Macht, und ewig bleibt sein Ruhm“, zu dessen elektrisierender Wirkung wiederholtes Crescendo gehört, von Chor und Orchester einträchtig gestaltet. Als später Chor und Solisten die Doppelfuge „Singt dem Herren alle Stimmen“ samt dem Amen zu mächtigem Finale bei heftigen Paukenschlägen steigerten, brach Jubel aus. Arno Preiser

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