Brennende Wohnwagen: Einer der vielen Einsätze in der Universitätsstadt in diesem Jahr. Foto: Feuerwehr/Archiv

Alarmierende Zahlen: Feuerwehr Garching heuer schon 400 Mal im Einsatz

Garching - Am 14. Oktober, um 1 Uhr nachts wurde die Freiwillige Feuerwehr Garching (FFW) in die Münchner Straße alarmiert - eine Brandmeldeanlage hatte ausgelöst. Ein besonderer Einsatz:

Eigentlich eine alltägliche und keineswegs außergewöhnliche Einsatzmeldung, dennoch stellt der Einsatz für die Garchinger Floriansjünger ein in der 137-jährigen Geschichte bislang einmaliges Ereignis dar: Die Anzahl von Alarmierungen im laufenden Jahr übersprang damit erstmals die Zahl von 400 Einsätzen - und das schon im Oktober.

Während in den 70er-Jahren die Alarmierungszahlen noch zwischen 37 und 95 im Jahr schwankten, überstiegen sie in den 80er-Jahren schon die Hundertermarke auf bis zu 147 Einsätze. In den 90er-Jahren setzte sich der Trend fort, der sich zum Ende des Jahrtausends mit der Einführung des First Responder-Dienstes sprunghaft erhöhte. So waren es im Jahr 1999 bereits 224 Einsätzen, 28 davon waren First Responder-Alarme. Im neuen Jahrtausend (2000 bis 2009) stellten mittlerweile die Hälfte aller Alarme der FFW First Responder-Alarme dar - zwischen 121 und 192 Alarmierungen - Tendenz leicht ansteigend. Nun ist bereits im Oktober die Grenze von 400 Einsätzen überschritten worden.

Die Ursachen sind laut der FFW vielfältig: Zum einen hat Garching - so wie auch der gesamte Münchner Norden - in den letzten Jahrzehnten einen rasanten Wandel erlebt. Die Einwohner-Zahlen sind deutlich gestiegen, außerdem hat nicht zuletzt dadurch die Verkehrsdichte erheblich zugenommen. Weiterhin haben sich die Industrieansiedlungen im Gewerbegebiet und das Forschungsgelände stark vergrößert. Da im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes oftmals Brandmeldeanlagen - welche trotz immer besser werdender Technik eine hohe Fehlalarmquote haben - verbaut wurden, stieg auch die Zahl der Täuschungsalarme, verursacht durch diese technische Einrichtung, kontinuierlich an.

So versucht die FFW, in gleichem Maß wie die Einsatzzahlen wachsen, auch die Zahl der aktiven Mitglieder zu steigern. Um den Nachwuchs sicherzustellen, wird die FFW, trotz zunehmend beengter Platzverhältnisse im Feuerwehrhaus am Hüterweg, auch im Januar 2011 wieder eine neue Jugendgruppe gründen. Die Ausbildung des Nachwuchses zu vollwertigen Einsatzkräften nimmt circa fünf Jahre in Anspruch, so dass bereits jetzt genügend Kräfte für die Zukunft gewonnen werden müssen.

Aber auch die bereits jetzt aktiven Feuerwehrdienstleistenden sind kontinuierlich zu schulen und auf dem aktuellsten Stand der Ausbildung zu halten. Im Jahr 2009 fanden unter Berücksichtigung von überörtlichen Ausbildungsveranstaltungen und -fahrten insgesamt 408 Übungen statt.

Der 400. Alarm war im übrigen eine Fehlauslösung einer Brandmeldeanlage nach einem technischen Defekt.

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