Dieses handzahme Brillenschaf frisst den Kindern, die im Rahmen des Ferienprogramms zum Streicheln ins Gehege kamen, förmlich aus der Hand. Foto: robert brouczek

Alter Schafbock „auf Freiersfüßen“

Neubiberg - Sie heißen „Nannerl“, „Bärbel“, „Uschi“ und „Eva“. Und auch wenn man es den vier jungen Schafen auf den ersten Blick nicht ansieht – sie haben eine Mission zu erfüllen!

Die Schafe helfen bei der Verjüngungskur des Schafbocks mit. Was soll man sagen? Die Verjüngungskur wirkt! Jedenfalls schaut der alte Knabe von Schafbock jetzt wieder wesentlich flotter drein als noch im Vorjahr. „Was so ein bisschen nette Gesellschaft alles bewirken kann“, amüsiert sich Giesela Schick. Die Vorsitzende des Umweltgartenvereins Neubiberg hat gut lachen, denn ihr Plan von der glücklich weidenden Schafherde ist aufgegangen.

Zur Vorgeschichte: Als der Umweltgarten Neubiberg vor über 20 Jahren seine Pforten öffnete, stand schnell fest: „Wir wollen statt fürchterlich hochgezüchteter Leistungstiere lieber vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen einen Lebensraum bieten.“ Da passte die kleine Herde mit durchschnittlich sieben Kärntner Brillenschafen wunderbar ins Konzept.

Doch das Rad der Zeit macht auch nicht vor Tieren halt, und so segnete im vergangenen Jahr ein Schaf nach dem anderen das Zeitliche. „Wir hatten ziemlich hohe Verluste“, bedauert Barbara Linow vom Umweltamt. „Innerhalb von sechs Monaten starben fünf Schafe.“ Damit habe man in Anbetracht des hohen Alters der Tiere freilich irgendwann rechnen müssen.

Aber wie erklärt man das einem verwaisten Schafbock, der plötzlich ganz allein auf der Weide steht? Am besten gar nicht. Lieber so schnell wie möglich für das nötige Quantum an hübschen Weibchen sorgen. Das dachte sich auch die Gemeinde Neubiberg und holte „Nannerl“ und „Bärbel“ in heimische Gefilde. Zu wenig Nachwuchs für den Geschmack der Umweltgartler, weshalb sie kurzerhand das Vereins-Portemonnaie zückten, um beim selben Züchter noch „Uschi“ und „Eva“ zu ordern. Kostenpunkt für beide Schafe inklusive Rassetafel 190 Euro. Die Patenschaft für ein Jahr spendierte der Umweltgartenverein gleich dazu. Das sind pro Schaf und Jahr noch mal 70 Euro.

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