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Altlandrat Heiner Janik ist tot

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Heiner Janik
wurde nur 69 Jahre alt. fKn
Heiner Janik wurde nur 69 Jahre alt. © fkn

Landkreis - Der CSU-Politiker und Altlandrat Heiner Janik ist mit 69 Jahren gestorben.

Altlandrat Heiner Janik ist im Alter von 69 Jahren im Klinikum Großhadern nach schwerer Krankheit gestorben. Er war zwölf Jahre, von 1996 bis 2008 Landrat des Landkreises München. Seinen 69. Geburtstag am 10. Juli konnte Janik nicht mehr bewusst miterleben. Aufgrund eines Aneurysmas legten ihn die Ärzte ins künstliche Koma.

Traurig reagierte Unterschleißheims Altbürgermeister Rolf Zeitler (72) auf die Nachricht. Als Janik 1996 Joachim Gillessen als Landrat abgelöst hatte, wurde Zeitler sein Stellvertreter und blieb es zwölf Jahre lang: „Heiner Janik war ein souveräner Landrat, der menschlich hoch angesehen gewesen ist und sehr viel für den Landkreis bewegt hat. Er war ein persönlicher Freund von mir. Ich bin sehr traurig, dass er so früh sterben musste.“

Besoders engagiert hat sich Heiner Janik unter anderem für eine strukturelle Neuordnung der Bezirke. Er hat die Privatisierung der Kreiskrankenhäuser vorangetrieben. „Er war als Jurist zwar spitzfindig, aber dann wieder großzügig im persönlichen Umgang, und durchaus auch für einen Spaß zu haben“, sagte Zeitler.

Bevor Janik 1996 auf dem Chefsessel im Landratsamt München Platz genommen hatte, fungierte er seit 1972 in seiner Heimatstadt Starnberg als Stadtrat sowie zeitweise als Zweiter beziehungsweise Dritter Bürgermeister. Von 1983 bis 1991 arbeitete der Jurist in verschiedenen Abteilungen des Landratsamtes, dann zog es ihn nach der Wiedervereinigung nach Sachsen: 1991 wurde er als Mandatsträger der DSU zum Landrat des Landkreises Dresden gewählt, der aber nach der sächsischen Landkreisreform Ende 1995 aufgelöst wurde. Als Landrat des Landkreises München forcierte er bis 2008 in zwei Amtszeiten die Stärkung und Weiterentwicklung der 29 Landkreis-Gemeinden. 2008 unterlag der CSU-Politiker überraschend in der Landratswahl seiner SPD-Herausforderin Johanna Rumschöttel.

Janik hinterlässt seine Frau Gisela, zwei verheiratete Söhne und drei Enkelkinder. Seine Familie, die ihm so wichtig war, wie sich Landrat Christoph Göbel (CSU) erinnert. Janik sei ein Mann mit zwei Standbeinen gewesen: Familie und Beruf. Göbel, der Janik als „politischen Freund und Ziehvater“ bezeichnet, hat bis zuletzt gehofft, „dass er sich stabilisiert und es schaffen wird“.

Die Nachricht von Janiks Tod, die Göbel auf der Metropolkonferenz erreichte, hat ihn „sehr, sehr traurig“ gestimmt. Er beklage „den großen Verlust“, sagt Göbel. Als Landrat etwa sei der blitzgescheite, hoch intelligente Janik „ein Glücksfall“ gewesen. Ihn persönlich habe ein Satz Janiks nachhaltig geprägt. Der Volkswirt und Jurist Janik hatte immer wieder gesagt: „Wir brauchen Ermöglichungsbeamte, keine Verhinderungsbeamten.“ Dieses Vermächtnis habe Vorbildcharakter, denkt Göbel und lobt, „dass Janik den Landkreis München bestens bestellt übergeben hat“. Er habe den Wandel von altmodischer Bürokratie zu einer modernen Dienstleistungsbehörde vollzogen.

icb/ak/ee

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