Die Isarbrücke ist ab Mai fünf Monate gesperrt. Foto: gefö

Amoklauf bleibt leere Drohung

Garching - Nach den Ismaninger Gemeinderäten haben auch die Garchinger Stadträte gewaltig angefressen auf die Planungen des Staatlichen Bauamtes Freising zur Sanierung der Isarbrücke zwischen Garching und Ismaning reagiert, die ab Mai fünf Monate gesperrt ist.

Der Stadtrat hat über Initiativen für eine Ersatzbrücke in der Zeit der Vollsperrung von Mai bis September diskutiert sowie über einen vierspuriger Ausbau der Straße. Alfons Kraft (BfG) stellte eine provokante Frage an den Vertreter des Straßenbauamtes in den Raum: „Was machen sie, wenn alle Gemeinden des Münchner Nordens nicht zufrieden sind und gemeinsam Amok laufen?“ Kraft erklärte, dass eine nachhaltige Maßnahme der Bau einer zweiten Brücke wäre, um somit die Basis für einen vierspurigen Ausbau der Bundesstraße in einigen Jahren zu schaffen.

Hans-Peter Adolf (Grüne) reagierte wütend auf diese Gedanken: „Wenn in einer Klimaschutzkommune ein vierstreifiger Ausbau diskutiert wird, kann ich mir nur noch an das Hirn langen.“ Ein paar mehr mit dem Fahrrad in die Schule fahrenden Kinder wären in seinen Augen ein positiver Nebeneffekt.

René Pinnel vom Staatlichen Bauamt erklärte bei der Vorstellung der Baumaßnahme, dass die Errichtung einer 500 000 bis 600 000 Euro teuren Ersatzbrücke das Projekt unwirtschaftlich machen würde. Dem hielt Henrika Behler entgegen, dass die eingesparten Gelder der Ersatzbrücke Mehrkosten an anderen Stellen für Schulbusbeförderung oder den Rettungsdienst bedeuten. Auch Ernst Hütter (FDP) kritisierte, dass „durch die Umleitungen ungefähr 3,3 Millionen Euro Kraftstoff verfahren werden und der Staat verdient sauber mit“. Unterdessen stellte Florian Baierl (UG) fest, „dass wir eine Verkehrsberuhigung erleben werden, wie wir sie noch nie hatten“. Das wirkliche Chaos werde eher an den Kreuzungen in Grüneck (Kreis Freising) und Unterföhring entstehen.

Zweiter Bürgermeister Peter Riedl (UG) bestätigte, dass Garching und Ismaning in die Planung eingebunden waren. Die Diskussion über eine Ersatzbrücke beendete er mit dem Verweis darauf, dass diese südlich des bestehenden Bauwerkes im Landschaftsschutzgebiet nur schwer umsetzbar wäre. Somit nahmen die Stadträte die Planung mit der Brückensperrung nach ergebnisloser Diskussion ohne Beschlüsse zur Kenntnis. nb

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