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Der Baum muss weg: Das Grundstück an der Grünlandstraße in Grasbrunn wird bebaut. Die Schwarzkiefer wird gefällt. Ein Gutachten sagt, sie sei bruchgefährdet.

An der Grünlandstraße entsteht eine Wohnanlage

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Acht Wohnungen in einem Haus, dazu Garagen:  Auf einem Grundstück an der Grünlandstraße in Grasbrunn wird gebaut. Nicht jeder mag die Pläne.

Grasbrunn – Bereits mehrfach hatte ein Bauunternehmen beantragt, an der Grünlandstraße in Grasbrunn ein Grundstück zu bebauen. Seine Pläne sehen ein Mehrfamilienhaus vor, mit acht Wohneinheiten. Bislang hatten die Gemeinderäte alle Anträge mit Verweis auf die ungeklärten Stellplätze abgelehnt. Nun reichte die Firma zwei alternative Vorschläge ein. So eng an den Vorgaben geplant, dass die Gemeinderäte im Bauausschuss mehrheitlich zustimmten.

Weil sich das Grundstück in unmittelbarer Sichtweite des Rathauses befindet, erklärte sich Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) als befangen. „Ich könnte ja Vorteile durch die Entscheidung haben“, sagte er. Ursula Schmidt (CSU) bemerkte, dass CSU und Freie Wähler bei jeder Sitzung direkt auf das Grundstück blickten, „was wir also heute beschließen – die Bausünde haben wir immer vor Augen“.

Knackpunkt am Bauantrag sind die Stellplätze. Laut Landratsamt müssen elf nachgewiesen werden. Nach mehreren Ablehnungen im Bauausschuss sowie Rücksprachen mit dem Landratsamt legte das Bauunternehmen nun zwei unterschiedliche Bau-Varianten vor. Zum einen könnten vier „Duplex-Garagen“ vor dem Haus samt drei offener Stellplätze im hinteren Grundstücksbereich entstehen. Die Alternative sind vier Doppelgaragen vor dem Haus plus sieben Stellplätze vor dem Gebäude, direkt an der Grünlandstraße. Die Schwarzkiefer, deren geplante Fällung ebenfalls mehrfach im Bauausschuss kritisiert worden ist, ist laut einem Gutachten bruchgefährdet, nicht mehr standfest und daher – entgegen dem Bebauungsplan – nicht erhaltenswert. Der Antragsteller will aber als Ersatz sechs neue Bäume pflanzen.

Iris Habermann (SPD), die für Korneder diesen Sitzungspunkt leitete, stellte klar, dass man sich in der absoluten Endphase des Verfahrens befinde. „Auch wenn uns einiges nicht passt, der Bauwerber erfüllt sämtliche Vorgaben und hat sich eng mit dem Landratsamt ausgetauscht. Wir können den Antrag nicht einfach ablehnen.“

Julia Blanck (SPD) war über den zweiten Vorschlag entsetzt: „Da ist ja dann alles bis an die Straße versiegelt, das wollen wir doch nicht. Der soll die Parkplätze nach hinten schieben, dann bleibt vorne noch ein bisschen Grün übrig.“ Schmidt forderte eine Bauplanänderung. „Ich sehe als einzige Lösung eine Tiefgarage, diese bulligen Duplex-Garagen sind schlimm. Wenn er das nicht will, dann könnten wir eine Veränderungssperre machen.“ Bauamtsleiterin Stephanie Prokop erklärte, dass dies am Ende eines Verfahrens nicht mehr möglich sei, nur vor dem Baurecht. „Sonst wäre es ja eine Verhinderungssperre!“

Max Walleitner (Grüne) sagte, wenn man die Kiefer weiterhin als erhaltenswert einstufe, dann gebe es die Möglichkeit, die vielen Parkplätze an der Straße zu verhindern. Hier verwies Prokop auf das Baumgutachten, das die Kiefer als nicht erhaltenswert einstuft.

Mit 6:3 stimmten die Gemeinderäte im Bauausschuss für den zweiten Vorschlag mit 15 Stellplätzen. Die Verwaltung soll sich allerdings darum bemühen, dass die Gemeinde vier offene Stellplätze kaufen kann. Der Bauausschuss folgt damit einem Vorschlag von BFG-Gemeinderat Johann Hilmair. bb

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