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Muss für acht Jahre ins Gefängnis: Andreas C. gibt sich vor Gericht nicht reumütig.

87-Jährige ausgeraubt und schwer verletzt

Verknackt: Oma-Prügler muss jahrelang hinter Gitter

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Andreas C. muss für acht Jahre ins Gefängnis. Das Gericht bestrafte den 23-Jährigen, der eine Seniorin ausgeraubt und schwer verletzt haben soll. Der Angeklagte bestritt die Tat bis zuletzt.

München - „Sind Sie jetzt zufrieden?“, blaffte An­dreas C. den Kriminalhauptkommissar Herbert Linder von der Münchner Mordkommission beim Verlassen des Sitzungssaals an. Linder, im Gericht Zuschauer, hatte in dem Fall ermittelt, wegen dem der 23-Jährige jetzt verurteilt wurde: acht Jahre Gefängnis. Das Gericht ist überzeugt, dass der Hausmeister im März 2016 eine Seniorin an ihrer Haustür in Ottobrunn brutal umstieß und ausraubte. Helga P. überlebte nur knapp.

Andreas C. wurde wegen Raubes, gefährlicher Körperverletzung, versuchten Mordes durch Unterlassen und vier Diebstählen verurteilt. Als der Richter die Urteilsbegründung verlas, schüttelte Andreas C. immer wieder den Kopf. Bis zuletzt leugnete der 23-Jährige den Überfall. Laut Richter wollte Andreas C. in das Haus der 87-Jährigen, um sich Geld zu verschaffen. Durch seine Arbeit als Gärtnergehilfe wusste er, dass sie alleine lebte und gehbehindert ist. Maskiert klingelte Andreas C. und stieß Helga P. sofort um. Sie taumelte, stürzte eine Treppenstufe hinunter und verletzte sich an einer Blumenvase.

Lesen Sie auch: Prügel-Räuber festgenommen – ist er ein Serientäter?

Ob der Täter auf die am Boden Liegende weiter einschlug, war laut Richter nicht nachzuweisen. Beim Verlassen des Hauses mit einer Schmuckschatulle muss Andreas C. jedoch über die stark blutende Seniorin hinweggestiegen sein. In diesem Moment, so der Richter, nahm er billigend in Kauf, dass Helga P. stirbt. Dies wertet das Gericht als versuchten Mord durch Unterlassen. Überführt wurde C. durch DNA-Spuren, die an einem Klebeband sichergestellt wurden. Die Verteidigung kann nun Revision einlegen.

Stefanie Wegele

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