Gemeinde vor Problemen

20 anerkannte Flüchtlinge suchen Wohnung in Oberschleißheim

Oberschleißheim – Aufgrund des Flüchtlingsandrangs gewährt der Gemeinderat der Oberschleißheimer Verwaltung eine zusätzliche Halbtageskraft. Gegenwärtig ist das Sozialamt mit zwei Damen besetzt, die neben der täglichen Arbeit Ansprechpartner für Asylbewerber geworden sind.

Sollte die Belastung im laufenden Jahr über ein vertretbares Maß steigen, ist das Rathaus befugt, den vom Gemeinderat ins Spiel gebrachten Joker zu ziehen. Die Halbtagskraft würde Brita Janßens und Ljuljeta Shabani bei Bedarf verstärken. Das Sozialamt ist für Krankenscheine zuständig. Anerkannten Flüchtlingen helfen die Damen bei der Wohnungssuche. 

Zeitaufwendig sind laut Gemeinderat Peter Lemmen (SPD) auch die zwischenmenschlichen Gespräche, für die auch in einem Sozialamt Zeit sein müsse. Lemmen ist Koordinator des Helferkreises, ohne den die Asyl-Arbeit der Gemeinde nicht zu schaffen wäre. Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) gestand den Ehrenamtlichen zu, „die Hauptarbeit zu leisten“.

In Oberschleißheim sind zur Zeit etwa 170 Flüchtlinge untergebracht; darunter 50 Minderjährige ohne erwachsene Begleitung. Unter Aufsicht des Landkreises leben sie in Containern auf dem Areal der Internationalen Jugendbegegnungsstätte am Tower. Das Gros der Asylbewerber – 120 Menschen – hat 2015 in Containern am Heuweg Quartier bezogen. 

Seit Anfang 2016 ist die Genehmigung für diese provisorische Unterkunft eigentlich abgelaufen. Die Flüchtlinge hätten längst in feste Unterkünfte am Holzgarten wechseln sollen. Wie berichtet, verzögerte sich der Bau der auf zehn Jahre angelegten Häuser.

Bürgermeister Christian Kuchlbauer geht davon aus, die festen Unterkünfte spätestens im Frühjahr in Betrieb nehmen zu können. Der Verteilungsschlüssel des Landratsamts sah für Oberschleißheim 310 Flüchtlinge bis Ende 2015 vor. Zahlen für 2016 sind noch nicht bekannt. „Das werden bestimmt nicht weniger“, sagt Gemeinderätin Helga Keller-Zenth (Grüne), „davon können wir ausgehen.“ Vorsorglich gewährte der Gemeinderat daher die Halbtagskraft. „Es geht nicht an, dass wir unsere Leute ausbrennen“, sagte Lemmen.

Ohne den Beschluss hätte zusätzlicher Bedarf im Jahresverlauf in einem Nachtragshaushalt geregelt werden müssen. Vor allem die Unterbringung anerkannter Asylbewerber ist schwierig: Etwa 20 der 120 Flüchtlinge am Heuweg sind „Fehlbeleger“, also anerkannte Flüchtlinge, die noch keinen Wohnraum gefunden haben. Die Kommunen müssen ihnen Wohnungen zur Verfügung stellen.

Kämmerer Schuhbauer sieht ein erhebliches Problem: Gemeindlicher Wohnraum ist knapp. Die wenigen Wohnungen, über die die Gemeinde verfügt, sind für Rathausmitarbeiter und Erzieherinnen bestimmt. Notfalls muss die Gemeinde Wohnungen mieten. Andreas Sachse


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