"Am Anfang Mundstarre"

- VON BERNADETTE HEIMANN Hohenbrunn - Trotz des Badewetters und des Ferienbeginns war der erste "kunstsinnige Sonntag" in der neuen Hohenbrunner Galerie "Lebensraum Kunst" ein großer Erfolg. Kurz nachdem die Künstlerinnen am Spätvormittag ihre Ateliers in dem umgebauten Stadel geöffnet hatten, strömten die Besucher herein. Sofort wurde herumgeschaut, gestöbert, bewundert und viel miteinander geredet.<BR>

Gut gelaunt stand mittendrin Martin Irlinger: Der Hohenbrunner hat sich mit "Lebensraum Kunst" einen Traum verwirklicht. Vor drei Monaten hat er mit seiner Frau Elisabeth Schmuck-Irlinger das moderne Ausstellungs- und Veranstaltungsforum in dem alten Stadel eröffnet.<P>Und man hört viel Gutes über das Ehepaar, das die schönen, zwischen 28 und 65 Quadratmeter großen Ateliers im Obergeschoss an neun Künstlerinnen aus Hohenbrunn und der näheren Umgebung vermietet hat. Voraussetzung: "ernsthaft Kunst schaffen zu wollen", wie Martin Irlinger es seinerzeit formulierte. Dass dies dort geschieht, wird schnell deutlich. Die Ausstellung mit dem Titel "Facettenreich", die im Erdgeschoss beginnt und oben auf dem Gang und in den Ateliers fortgeführt wird, überzeugt nicht nur durch die Vielfalt, durch die ganz offensichtliche Freude an Form und Farbe. Es ist vor allem die Professionalität, mit der jede Künstlerin auf ihre Weise an die Kunst herangeht, die beeindruckt. Hier entsteht eine erstaunliche, eine spannende Kunst, der man weiterhin viel Beachtung wünscht. Viel Abstraktes ist zu sehen, aber auch gegenständliche Darstellungen, Ansichten von Städten, Landschaften und Fotoprints. Die Umgebung machen die Kunstwerke noch intensiver erlebbar. So hängen die Drucke auf Transparentpapier von Ute Linck wie selbstverständlich von den Metallstegen im Obergeschoss herab, fügen sich gut ein und stechen trotzdem hervor.<P>Heimspiel für die Künstlerinnen <P>Farben, wie die intensiven Rottöne in den Bildern von Fancher Brinkmann oder monochrome Leinwände wie die in den Komplementärfarben Blau und Orange von Gabrielle Massonne-Tabet kommen in dem hellen Ausstellungsraum mit dem Eichenparkett perfekt zur Geltung. Beim ersten kunstsinnigen Sonntag - die Reihe, bei der alle zwei Monate andere Künstler ausstellen, findet ab jetzt regelmäßig statt - hatten die neun also ein Heimspiel.<P>Neben den bereits genannten Künstlerinnen gehören Dack (Anne Kussmaul und Daniela Ceynar), Monika Hubbauer, Brigi Swonke, Michaela Stolze und Herta Linsmaier zu den Mieterinnen. Sie treffen sich regelmäßig im Lebensraum Kunst, um zu arbeiten oder sich auszutauschen. Für einen "Traum" hält Gabrielle Massonne-Tabet ihr neues Atelier, das sie sich mit Herta Linsmaier teilt. "Vorher haben wir in unseren Häusern gearbeitet. Jetzt können wir uns mit Malen beschäftigen. Da hat man keine Wäsche zu waschen." Das Licht sei perfekt, die Räume auch für Großformate geeignet. "Am Anfang, nachdem alle ihre Ateliers bezogen hatten", so Künstlerin, "hatten wir alle Mundstarre, weil es so schön ist".<P>

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