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Die Angeklagte verstrickte sich in Lügen

Angeklagte verstrickt sich in Lügen

Haar/ Neuried - Im Prozess um die zwei Kindstötungen in Neuried (1995) und Haar (2009) schilderten am Mittwoch mehrere Zeugen die Lügengebäude der angeklagten Verkäuferin (39).

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So verstrickte sie sich auch in Lügen, nachdem Freunde beim Aufräumen eine Babyleiche auf dem Balkon der 39-Jährigen gefunden hatten. Die Angeklagte sei „kasweiß“ geworden, als man sie mit dem Fund konfrontierte, berichtete ein Bekannter (23). „Dann ist sie im Bad verschwunden, weil ihr so schlecht war.“ Anschließend habe sie in der Küche telefoniert. Sie habe gesagt, dass sie die Polizei gerufen habe. Die habe aber keine Zeit und käme erst morgen.

In Wirklichkeit hat sie nie die Polizei gerufen. Stattdessen legte sie die Babyleiche in den Wohnzimmerschrank und zog zu einer Freundin, weil sie es in der eigenen Wohnung nicht mehr aushielt. Eine Mutter aus Haar informierte schließlich die Polizei, als sie auf dem Spielplatz von der Babyleiche auf dem Balkon erfuhr.

Die Angeklagte erzählte nach dem Fund verschiedene Versionen herum. Zu einer Bekannten sagte sie, das Kind stamme von einer polnischen Putzfrau, die auch als Prostituierte arbeite. Sie habe das Baby kopfüber ins Wasser gehalten, bis es tot war. Dann habe sie es der Angeklagten in einer Tüte übergeben. Eine andere Bekannte bekam wieder etwas anderes zu hören: Das tote Kind stamme von einer Thailänderin, die schon festgenommen sei. Auch schon vor dem Baby-Fund waren Lügen bei der Angeklagten an der Tagesordnung. Ein Malermeister (27), der 2007 mit ihr zusammen war, schilderte die Beziehung als "eigentlich ganz gut". „Aber hinterher wusste ich, dass alles nur gelogen war, alles geschauspielert.“ Sie log bei ihrem Alter, ihrem Beruf, ihren Kindern. Schließlich erfand sie auch noch eine Schwangerschaft. „Sie hat das ausgenutzt. Ich habe alles bezahlt. Ich war natürlich gutmütig bei der Mutter meines Kindes.“ Der Prozess dauert an.

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