Angst vor Bauschäden: Linden in Oberschleißheim sollen weg

Oberschleißheim - Die Mehrheit der Eigentümergemeinschaft am Moosweg, darunter Gemeinderätin Gisela Kranz (CSU) will, dass 13 Linden beseitigt werden. Damit deren Wurzeln nicht die Decke der aufwändig sanierten Tiefgarage bechädigen. Ein Teil der bis zu zwölf Meter hohen Bäume ist bereits gefällt.

Von der beantragten, „ersatzlosen Entfernung“ der Linden hält das Rathaus nichts. Wer Bäume in Oberschleißheim schlägt, muss für Ersatz sorgen. Das Problem in der am Gänsgraben gelegenen Siedlung: Es gibt kaum Platz für die geforderten Ersatzpflanzungen.

Anwohnerin Gisela Kranz, die im Gemeinderat die Fraktion der CSU anführt, berichtete im Bauausschuss von untragbaren Zuständen. Eigentümer seien empfindlich zur Kasse gebeten worden, hätten jeweils mehr als 15 000 Euro an Sonderumlage zahlen müssen. „Das hat richtig weh getan.“ Doch Sanierungsarbeiten an der Tiefgarage seien unumgänglich gewesen. Anders als die Linden hinterlässt die Decke der Tiefgaragen keinen sonderlich vitalen Eindruck, wie Mitglieder der Eigentümergemeinschaft das Rathaus wissen ließen. „Das Problem sind nicht die Bäume, sondern Baumängel“, bekannte auch Kranz.

Die Gemeinderätin bezog sich auf Erkenntnisse aus den kostspieligen Sanierungsarbeiten von 2014. Hausverwaltung und Verwaltungsbeirat seien zu dem Ergebnis gelangt, dass eine „nicht fachgerechte bauliche Ausführung“ Ursache des Problems sei. „Die Stimmung unter den Anwohnern ist alles andere als entspannt“, sagte Gisela Kranz. Eigentümer seien zum Teil an ihre Grenzen finanziell belastet. „Sollte sich in fünf Jahren herausstellen, dass Wurzeln der Bäume durch das sanierte Dach wachsen, laufen die Leute Amok.“ Schon kündigt sich die nächste Eigentümerversammlung an. Erneut müssten Mitglieder laut Kranz damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden: „Die haben kein Geld mehr!“ Die Bäume auf bloßen Verdacht hin zu fällen, betrachtet der Gemeinderat jedoch als unverhältnismäßig. Auf Vorschlag der Grünen beschlossen die Fraktionen, zunächst zu prüfen, ob überhaupt eine Gefahr von den Linden ausgeht. Auf Vorschlag Gaby Hohenbergers (Grüne) soll das vorgeblich gemeinschädliche Verhalten des Wurzelwerks anhand eines der Bäume untersucht werden. an

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