Verdiente Auszeichnung: Dritter Bürgermeister Michael Hagen (l.) und Kommandant Markus Mende (r.) ehren (v.l.) Alfons Bauer, Martin Mayer, Mathias Mende, Reiner Herter. F: kp

Anruf um Mitternacht: Feuerwehr soll Libelle aus Schlafzimmer vertreiben

Grasbrunn - Der Respekt vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und den Ehrenamtlichen nimmt immer mehr ab. Dieses Fazit zog Kommandant Markus Mende bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Harthausen in gereimter Form, samt passender Anekdote:

„Wenn tobt das Feuer durch dein Haus, schaust zu nach Gott und Feuerwehr aus. Ist dann gelöscht das Flammenmeer, vergisst du Gott und Feuerwehr.“ Er untermauerte das mit einer selbst erlebten Anekdote, wobei Anekdote vielleicht nicht der richtige Begriff ist. So hatte er in einer Sommernacht kurz vor Mitternacht einen durchaus ernstgemeinten Anruf eines Bürgers bekommen: Er könne nicht schlafen, weil eine Libelle in seinem Schlafzimmer sei: Die Feuerwehr möge doch kommen und diese entfernen. Mende hat freundlich, aber deutlich abgelehnt.

Kreisbrandmeister Andreas Mur kann das nur bestätigen: „Die Fähigkeit zur Selbsthilfe ist eine Tugend, die weitestgehend verloren gegangen ist.“ So würde die Feuerwehr immer mehr zu Einsätzen gerufen, die „mit unserem Kerngeschäft nicht einmal mehr ansatzweise etwas zu tun haben“.

Ausdrücklichen Dank erhielt die Harthauser Feuerwehr vom Dritten Bürgermeister Michael Hagen, der auch einen Scheck mitbrachte und feststellte: „Jeder Euro für die Feuerwehr ist es wert, investiert zu werden.“

Der Jahresrückblick war umfangreich, samt Rückschau auf den „Sozialen Tag“, an dem deutschlandweit 80 000 Schüler ihre Schulbank gegen einen Arbeitsplatz eingetauscht hatten. So kamen auch Schüler zur Feuerwehr Harthausen. „Und nun haben wir neue Interessenten“, sagte Mende.

152 Einsätze hatten die Feuerwehrleute abzuarbeiten, was über 1000 Einsatzstunden erforderte. Dazu kam noch gut das fünffache an Stunden für Übungen, Verwaltung und Gerätewartung. Eine besondere Leistung ist der Einsatz der First Responder: 90 Einsätze, bei denen die Feuerwehr zwischen sechs und 17 Minuten schneller eintraf als die Rettungsdienste. Das alles ist nur durch hohe ehrenamtliche Einsatzbereitschaft zu leisten, wobei die Grenzen längst erreicht sind. So berichtete Mende dass er wegen bürokratischer Hürden sieben Urlaubstage nehmen musste, um das neue Feuerwehrauto zu beschaffen. kp

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