Daniel Craig in der Bauernstube: Die Möbel für eine Szene des neuen Bond-Films „Spectre“ hat die Firma „Antiquitäten Zahn“ aus Peiß geliefert. Fürs Foto posiert Susanne Zahn-Paster in der Berghütten-Kulisse. Foto: michel

Ein Band zu Bond

Wie Antiquitäten aus Peiß in den neuen James-Bond-Film kamen

Aying/Peiß - Sein Name ist Zahn. Hans Zahn. Er liefert für Bond. James Bond. Und wenn Agent 007 ab heute wieder im Auftrag Ihrer Majestät ermittelt, spielen auch Möbel aus Aying eine kleine Rolle. Die Requisiten stammen von „Antiquitäten Zahn“.

Am Donnerstag kommt der Mann in die Kinos zurück, der seinen Martini „nur geschüttelt, nicht gerührt“ trinkt: James Bond. Die Fans freuen sich auf spektakuläre Szenen im neuen Film „Spectre“. Im Filmverlauf ist auch eine Berghütte in Österreich zu sehen, die stilvoll möbliert ist - mit Antiquitäten aus Peiß.

Im Dezember vergangenen Jahres hatten Hans Zahn und seine Tochter Susanne Zahn-Paster von „Antiquitäten Zahn“ die Unikate ins Vereinigte Königreich geschickt. Das Mobiliar wurde für die Innenaufnahmen mit Daniel Craig - alias James Bond - in den Pinewood-Studios bei London benötigt. Über eine Requisiteurin, die die Zahns kennen, kam der Auftrag für den Bond-Film zustande. Ein Studio-Team kam nach Peiß und suchte die Stücke aus. „Tische, Stühle, Kästen, Spiegel und Eckschränke wurden verschifft“, erinnert sich Susanne Zahn-Paster.

Bisher hat sie nur in Internet-Trailern gesehen, wie die Möbel ins Bild gesetzt werden. „Der Schachtisch, der da zu sehen ist, kommt von uns.“ In Peiß haben die Antiquitätenhändler in ihrer Ausstellung an der Rosenheimer Landstraße die Möbel so zusammengestellt, wie sie für die österreichische Berghütte Verwendung gefunden haben. Die Unikate sind erst kürzlich aus England zurückgekehrt. Überwiegend stammen die Ausstellungsstücke aus dem süddeutschen Raum, aber auch aus Österreich.

Der Bond-Auftrag war spektakulär. Ganz neu sind Aufträge aus der Filmindustrie für die Zahns nicht. Immer wieder finden Requisiteure den Weg nach Peiß, um auf den 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche nach geeigneten Stücken zu suchen. Es war wohl anfangs ein Zufall, dass einem Requisiteur der väterliche Laden aufgefallen sei, denkt die 46-jährige Tochter. Mittlerweile ist der Peißer Antiquitätenhandel unter Fachleuten kein Geheimtipp mehr. Das Bayerische Fernsehen hat schon mehrmals fürs „Chiemgauer Volkstheater“ oder für Aufzeichnungen mit Caroline Reiber herumgestöbert. Der letzte Film, für den Antiquitäten aus Peiß benötigt wurden, war die Produktion „Das finstere Tal“ mit Tobias Moretti. Und Teile für „Die Rosenheim Cops“ und „Versteckte Kamera“ sind direkt vor Ort gedreht worden. Seit 1978 besteht der Antiquitätenhandel von Hans Zahn. Seine Tochter sagt: „Papa war immer schon ein großer Sammler.“

Wolfgang Rotzsche

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