Antrag der FDP: Kompetenz-Analyse soll Stärken von Flüchtlingen aufdecken

Landkreis – Der Einstieg von Asylbewerbern in die Arbeitswelt scheitert oft an einem Nachweis ihrer Fähigkeiten, sie können keine Zeugnisse oder Abschlüsse nachweisen. Die FDP im Landkreis fordert daher mit einem Antrag den Kreistag auf, sogenannte Kompetenz-Analysen für Flüchtlinge durchzuführen.

Dabei handelt es sich um ein wissenschaftliches Verfahren, bei dem die individuellen Fähigkeiten von Flüchtlingen leichter erkennbar seien und besser gefördert werden könnten. Das Verfahren kostet pro Teilnehmer 30 Euro. Die Kosten sollen nach Vorstellung der Liberalen zwischen Landkreis, Unternehmen und auch dem Flüchtling selbst aufgeteilt werden. Der aus einem Helferkreis entstandene und im Landkreis angesiedelte Verein „Arrive Institute“ nutzt dieses Programm. Mit dessen Hilfe werden die Stärken und Schwächen von Flüchtlingen ermittelt. Laut FDP prüft das Verfahren Interessen, Einstellungen, Fähigkeiten, aber auch Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit und Belastbarkeit.

Mit der Auswertung erhalten die Teilnehmer ein berufliches Interessenprofil. Die Ergebnisse werden dann mit denen deutscher Testteilnehmer verglichen, um Arbeitgebern eine objektive Einordnung der Bewerber zu ermöglichen. Das Verfahren soll eine Brücke zwischen Flüchtling und Firma bauen. Die Flüchtlinge sollen an den Kosten anteilig beteiligt werden, „damit sie diese Kompetenzanalyse nicht zum Zeitvertreib mitnehmen, dies geschieht auch im Sinne hoch motivierter Flüchtlinge“, heißt es in der Begründung zum Antrag.

Fraktionsvorsitzender Tobias Thalhammer ist von der Wirksamkeit der Analyse überzeugt: „Sie ist ein geeignetes Werkzeug, das vorhandene Fähigkeiten ausarbeitet, wo Zeugnisse fehlen.“ Die Hürde für eine Anstellung werde gesenkt und Flüchtlinge, die sich motiviert einbringen wollen, würden eine faire Chance erhalten. Mit der Kompetenzanalyse könnte der Landkreis München eine bundesweite Vorreiterrolle übernehmen und sein Engagement ausbauen, findet auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jimmy Schulz.

mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rollstuhlfahrer nach Kollision mit Gabelstapler verstorben
Der Rollstuhlfahrer, der vor rund zwei Wochen auf dem Betriebsgelände eines Getränkegroßhandels in Oberhaching von einem Gabelstapler erfasst wurde, ist verstorben. Das …
Rollstuhlfahrer nach Kollision mit Gabelstapler verstorben
Rollstuhlfahrer (83) wird von Gabelstapler erfasst: tot
In Lebensgefahr schwebte ein Rollstuhlfahrer, der am Montag in Oberhaching von einem Gabelstaplerfahrer erfasst und mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus …
Rollstuhlfahrer (83) wird von Gabelstapler erfasst: tot
Im Notfall schnell am Einsatzort
Zwölf Minuten. Das ist die maximale Zeitspanne, die Rettungsdienste ab dem Moment der Alarmierung brauchen sollen, um am Einsatzort einzutreffen. Das klappt in der Regel …
Im Notfall schnell am Einsatzort
Jährlicher Zuschuss für First Responder
Die First Responder sind eine nicht mehr wegzudenkende Einheit im Ort. Nun hat der Gemeinderat Schäftlarn beschlossen, die laufenden Betriebskosten der Ehrenamtlichen …
Jährlicher Zuschuss für First Responder

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion