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Testosteron in rauen Mengen hat die 29-Jährige bestellt.

Schaden von knapp 140.000 Euro 

Apotheken-Angestellte lässt Hormone für den Freund mitgehen

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Testosteron und Hormone ohne Ende haben zwei Schwestern bestellt, die in einer Apotheke gearbeitet haben. Heimlich. Doch sie flogen auf.

Östlicher Landkreis – Weil sie ihrem Freund Dopingmittel in beträchtlicher Menge besorgt hat, ist eine 29-jährige Münchnerin zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten verurteilt worden. Die Apothekenhelferin hatte nicht nur auf Kosten ihres Chefs heimlich Hormonpräparate bestellt, sondern auch ihre jüngere Schwester dazu angestiftet, dasselbe zu tun. Die 23-Jährige, die in einer anderen Filiale des Apothekers arbeitete, wurde vom Schöffengericht am Amtsgericht München ebenfalls wegen „unerlaubtem Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken“ verurteilt, und zwar zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe.

Zig Bestellungen, doch kein Patient

Geschädigter ist ein Apotheker aus dem östlichen Landkreis München, der mehrere Filialen betreibt. Ihm war aufgefallen, dass sich zwar die Umsätze seiner Läden gut entwickelten, der Gewinn jedoch merklich zurückgegangen war. Als er sich seine Bücher genauer ansah, stellte er fest, dass binnen mehrerer Monate auffällig viel von einem Wachstumshormon bestellt wurde; einen möglichen Patienten dafür konnte er in seinem Computersystem jedoch nicht finden. Daraufhin glich der Apotheker die Dienstpläne mit den Bestellungen ab und stieß schnell auf die beiden Schwestern, die ohne Wissen ihres Chefs Hormonpräparate im Wert von 137 000 Euro sowie Testosteronmittel für 2200 Euro bestellt hatten. Der Apotheker erstattete Anzeige gegen die Frauen; vor Gericht wurden nun die Details der Tat bekannt.

29-Jährige „blind vor Liebe“

So hatte die 29-Jährige das in der Fitness- und Bodybuilderszene beliebte Wachstumshormon bestellt, um es an ihren Freund (32) weiter zu geben. Dieser hatte die Frau nach Angaben des ermittelnden Polizisten regelrecht um den Finger gewickelt. Das sei aus einem Chatverlauf hervorgegangen, den die Beamten auf den Handys der beiden fanden. Demnach sei die Apothekenhelferin „offensichtlich vor Liebe blind gewesen“, wie es ein Sprecher des Amtsgerichts formuliert. So blind, dass sie bald auch ihre Schwester überredete, ebenfalls heimlich Hormonpräparate für ihren Freund zu bestellen.

Der 32-Jährige hat eine ganz andere Version der Geschichte erzählt. Laut Amtsgericht gab er an, lediglich ab und zu Wachstumshormone von der älteren Schwester gekauft zu haben. Die habe ihm außerdem vorgespielt, dass sie die Mittel ganz legal erworben habe. Das Verfahren gegen den 32-Jährigen wurde zu Beginn des Prozesses abgetrennt. Einen Termin für diese Verhandlung gebe es noch nicht, so der Gerichtssprecher.

Teure Konsequenzen

Im Falle der Schwestern wertete das Gericht zu ihren Gunsten, „dass sie sofort ein umfangreiches Geständnis abgelegt haben, die Taten zutiefst bereuen, berufliche Nachteile und hohe Schadensersatzforderungen deshalb haben sowie, dass sie beide nicht vorbestraft sind“. Als Bewährungsauflage müssen sie jeweils 5000 Euro in Raten an ihren ehemaligen Chef zahlen. Dazu kommt der Ausgleich des entstandenen Schadens in Höhe von fast 140 000 Euro.

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