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Schon fast süchtig nach Kettenbasteln: Asa Gless trägt die Familienkette und zeigt ihre Kollektion „Garching“, entstanden mit Materialspenden aus der Stadt.

Verkauf für Menschen in Not

Asa Gless ist süchtig nach Perlenketten

Garching – Schuld an allem, wenn man so will, ist ihr Sohn Sven. Denn der hat Asa Gless zu Ostern 2015 ein Bastelset für Halsketten geschenkt. Seitdem hat die 67-jährige Garchingerin mehrere tausend Euro für die gute Sache gesammelt.

Seitdem stehen mitunter wildfremde Menschen mit Kisten voller Perlen und Ketten vor ihrer Haustür; seitdem hat die gebürtige Schwedin kiloweise Schmuck aus ihrem Heimatland importiert; und nun hat Asa Gless auch noch eine eigene Ausstellung in der Stadtbücherei bestückt. Doch der Reihe nach.

Noch an den Osterfeiertagen packt die langjährige Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe damals ihr Geschenk aus und steckt die ersten Halsketten zusammen. Die Bastelei macht ihr so viel Spaß, dass sie alsbald ihre gesammelten alten Ketten herauskramt, sie auftrennt und neu zusammenstellt. „Ich mache das meistens abends“, erzählt sie, „oft vor dem Fernseher. Und manchmal auch bis zwei Uhr nachts, weil ich einfach nicht aufhören kann“. Als Asa Gless irgendwann gut 50 Ketten beisammen hat, wird ihr klar: „Mehr werde ich selbst nie brauchen.“ Aber warum das neue Hobby aufgeben, wenn es so viel Spaß macht?

Hilfe für Garchinger in Not

Da kommt ihr der Gedanke, ihre Halsketten fortan zu verkaufen – für einen guten Zweck. Um die Herstellungskosten niedrig zu halten, beginnt die Garchingerin, im Bekanntenkreis herumzufragen. „Schließlich hat fast jeder Schmuck zu Hause, den er kaum mehr trägt.“ Die Resonanz ist gewaltig: Erst sind es nur Freunde, später auch wildfremde Menschen, die ihr kistenweise Perlen und sonstigen Schmuck überlassen. Daraus fertigt Asa Gless zig Halsketten; später kommen Ohrringe, Armbänder und Halstücher dazu. Der Mindestpreis für ein Set liegt bei zehn Euro, doch viele zahlen auch mehr – schließlich kommt das Geld dem Hilfsfonds für Garchinger Menschen in Not zugute. Binnen eines Jahres überweist Asa Gless stolze 3000 Euro. „Es ist unglaublich, wie sich das entwickelt hat“, sagt sie. „Und ich selbst habe durch die Ketten Menschen kennengelernt, die ich sonst nie kennengelernt hätte.“

Zwei Kollektionen

Vor allem von diesen Begegnungen erzählt die neue Ausstellung in der Stadtbücherei, die nun im Rahmen einer Vernissage vor fast 50 Besuchern eröffnet wurde. In den Schaukästen sind rund 30 Ketten samt Ohrringen und Tüchern zu sehen – unter anderem aus den Kollektionen „Garching“ (nur mit Spenden aus der Stadt) und „Ludvika“. So heißt der schwedische Heimatort von Asa Gless, den sie im Sommer besucht hat – und prompt mit fünf Kilo Modeschmuck nach Hause flog. „Ich musste sogar Duschgel und Shampoo dalassen, damit der Koffer kein Übergewicht hat“, erzählt sie und lacht.

Ausstellung und Verkauf

Die Ausstellung „Perlen, die verbinden und Geschichten erzählen“ ist noch bis zum 7. Januar in der Stadtbücherei zu sehen. Des Weiteren verkauft Asa Gless ihre Halsketten, Ohrringe und Tücher am Freitag, 25. November, beim Adventsbasar im Seniorentreff von 14 bis 17 Uhr und am 26. und 27. November im Bürgerhaus. Dort findet parallel zum Garchinger Christkindlmarkt am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 20 Uhr der Kunsthandwerkermarkt statt. Interessierte können sich auch mit Asa Gless in Verbindung setzen, unter Tel.089/320 26 68. Der komplette Erlös aus den Verkäufen fließt in  den Städtischen Hilfsfonds für Garchinger in Not.  

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