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Im Würgegriff des Harvesters: Am Stamm einer Esche zeigt Förster Michael Matuschek den Schädlingsbefall. 

Wegen Schädlingen

Aschheim fällt den ganzen Gemeindewald

Fast im Minutentakt wird derzeit ein Baum im Aschheimer Gemeindewald an der Waldstraße umgeschnitten. Das gesamte, rund fünf Hektar große Wäldchen muss wegen Schädlingbefalls abgeholzt werden.

Aschheim – Betroffen, aber mit Verständnis registrieren die Aschheimer die Fällungen der nicht mehr zu rettenden Bäume. Der Abholzung soll ein Neuaufbau des Gemeindewaldes folgen.

Vor Beginn der Fällungen hatte Förster Michael Matuschek zu einem Ortstermin im Wald eingeladen und rund 50 interessierten Bürgern die Schäden gezeigt. Im südlichen Bereich des Gemeindewaldes ist der überwiegende Teil der Fichten vom Borkenkäfer befallen und nicht mehr zu retten. Hier soll der Schädling mit den Fällungen aus dem Wald verbannt werden.

Förster zeigt den Aschheimern die Schäden

Im nördlichen Gemeindewald dagegen schädigte das Eschentriebsterben ausgerechnet die Baumart, die sich im Aschheimer Gemeindewappen findet derart, dass sich die Eschen nicht mehr gegen den Hallimasch-Pilz wehren konnten. Beim Ortstermin gab es keine wirklichen Diskussionen, als Matuschek den Befall zeigte.

Auf zwei Wochen sind die Baumfällarbeiten angesetzt. Mit dem Holzvollernter „Harvester“ geht alles ganz schnell. Die Maschine fällt den Baum, hebt ihn aus dem Standbereich heraus und zerkleinert den Stamm. Dabei zählt der Computer die Holzmenge mit. Förster Matuschek betont, dass ihm für den Ökokreislauf eine möglichst hochwertige Verwendung des Holzes wichtig ist. Deshalb werden die gefällten Bäume in Stapel unterteilt für Möbel, Papier, Palletten und Brennholz. Im Frühjahr erfolgen dann die Nachpflanzungen, die sich die Gemeinde Aschheim mit den Pflegemaßnahmen der nächsten zehn Jahre knapp 150 000 Euro kosten lassen wird.

Fichte wird zurückgedrängt

Der Förster erklärt, warum die neuen Bäume nicht höher als 80 Zentimeter sein werden: „Mit größeren Bäumen hätten wir die Gefahr, den Hallimasch gleich wieder mit in den Wald zu bringen.“ Zudem werde mit vielen neuen Bäumen bewusst ein Verdrängungswettbewerb unter den Pflanzen angeschoben. „Weil wir damit nahe an der natürlichen Vegetation sind.“

Weitere Hoffnung setzt der Förster auf die verbliebenen Eschen, die sich als immun gegen das Eschentriebsterben erwiesen haben. Ihre Früchte sollen neue Eschen hervorbringen, die dann möglicherweise auch immun gegen die wichtigsten Schädlinge sind.

Die Fichte wird beim Neuaufbau des Waldes anderen Baumarten wie Eichen, Moorbirke oder Silberweide weichen müssen. Eine breitere Streuung der Baumsarten in dem Mischwald soll verhindern, dass in Zukunft noch einmal so extrem in den Wald eingegriffen werden muss.

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