Die Hygiene-Etikette stimmt schon mal: Rathauschef Thomas Glashauser (oben, r.) wird künftig unterstützt von Robert Ertl und Marion Seitz.

Neue Mehrheit lässt Muskeln spielen: FW und Grüne stellen Bürgermeister-Stellvertreter

  • vonNico Bauer
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Die Mehrheitsverhältnisse in Aschheim haben sich verschoben. Und das machte sich prompt bei der Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters bemerkbar.

Aschheim – Schon am 15. März war in Aschheim klar, dass mit dieser Kommunalwahl im Gemeinderat alles anders werden würde. Die CSU hatte die absolute Mehrheit verloren – und selbst eine Mehrheit mit der SPD war nicht mehr gegeben. Das Ergebnis dieser politischen Neuordnung schlug sich nun direkt bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter nieder. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates ließ am Donnerstagabend die neue Mehrheit aus Freien Wählern und Grünen ihre Muskeln spielen. Sie machten Robert Ertl (FW) zum Zweiten Bürgermeister und Marion Seitz (Grünen) zur Dritten Bürgermeisterin.

Die CSU schickte erst gar niemanden ins Rennen. „Wir verzichten auf einen eigenen Kandidaten, weil wir auch dem Wählerwillen Rechnung tragen wollen“, sagte Rolf Dettweiler, der Fraktionsvorsitzende der CSU. Die ganze Wahrheit ist aber auch: Die Christsozialen umgingen damit auch eine aussichtslose Abstimmung und eine blaues Auge beim Votum. Bürgermeister Thomas Glashauser ergänzte, dass er eigentlich Eugen Stubenvoll (FW) als Stellvertreter vorschlagen wollte, da dieser nur hauchdünn in der Bürgermeister-Stichwahl unterlegen war. Das Problem: Stubenvoll ist Richter und darf daher rechtlich kein Bürgermeisteramt annehmen.

“Offene, kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit“

Der Ersatzvorschlag war deshalb Robert Ertl, der in der letzten Legislaturperiode noch Fraktionschef der Freien Wähler war. Stubenvoll übernimmt unterdessen den Fraktionsvorsitz). Ertl wurde von den 21 Gemeinderatsmitgliedern einstimmig gewählt. Dieser betonte, „dass ich eine offene, kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Gemeinderäten anstrebe“.

Dann war es aber auch schon vorbei mit der Harmonie. Die bisherige Zweite Bürgermeisterin Maria Knoller wurde anschließend von der CSU als Dritte Bürgermeisterin vorgeschlagen. Sie bekam eine Gegenkandidatin: Gemeinderatsneuling Marion Seitz von den Grünen. Und die gewann die Abstimmung knapp mit 11:10. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürften die Freien Wähler und die Grünen in der geheimen Wahl erstmals ihre Mehrheit genutzt haben. Es war ein Fingerzeig an den CSU-Bürgermeister ohne Gemeinderatsmehrheit.

In der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode benannten die drei Fraktionen auch ihre Sprecher. Bei der CSU bleibt mit Rolf Dettweiler und Vertreter Bernhard Stilling alles beim Alten. Die Freien Wähler benannten Eugen Stubenvoll und Günter Sassmann. Die neue Fraktion der Grünen stellte sich mit der Doppelspitze Walter Wiedenhofer und Sabine Maier vor. Offiziell wird Wiedenhofer von der Gemeinde als erster Ansprechpartner geführt. Bitter war die Sitzung für die SPD, die mit zwei Sitzen ihren Fraktionsstatus verloren hat und deshalb keinen Platz in den Ausschüssen bekommt. Es war diesmal eben gefühlt alles anders, als man es jahrzehntelang aus Aschheim kannte.

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