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Blumen und eine Grabkerze haben Angehörige im Gedenken an die schreckliche Gewalttat am Tatort abgelegt. 

Nach tödlicher Prügel-Attacke im Gewerbegebiet

Gewaltverbrechen erschüttert Dornach

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Erst ist er brutal verprügelt und ausgeraubt worden, dann ließen die Täter ihr Opfer sterbend auf dem Gehweg im Dornacher Gewerbegebiet liegen. Der schreckliche Tod eines 25-jährigen Auszubildenden am vergangenen Freitag sorgt nach wie vor für Entsetzen im Ort. Jetzt sind die Täter, zwei 16-Jährige, gefasst. Doch Betroffenheit und Ängste bleiben in der Bevölkerung.

Dornach Zwei Grabkerzen und ein Blumengesteck erinnern an die unfassbare Tat, die sich an der Einfahrt zum Einsteinring 31 bis 39 ereignet hat. Angehörige haben das zum Gedenken an den zu Tode geprügelten 25-Jährigen dort abgelegt. Nur 50 Meter vom Tatort entfernt, im NH-Hotel, hat das Opfer eine Ausbildung zum Koch gemacht.

Gestern liefen mehrere Hundert Beschäftigte im Gewerbegebiet am Tatort vorbei – die meisten mit einem mulmigen Gefühl. Denn jeder weiß, was hier vor sechs Tagen passiert ist. „Es ist ein schlimmes Gefühl“, sagt Alexander R., der von seinem Büro genau diese Stelle im Blick hat. Seinem Kollegen geht es nicht anders: „Du siehst aus dem Fenster, siehst dann die Blumen und denkst sofort daran.“ Er kann es noch gar nicht begreifen, dass sich in diesem Gewerbegebiet eine solche Gewalttat abgespielt hat. „Hier ist doch nur von 8 bis 18 Uhr etwas los“, sagt er. Niemand kann sich so genau erklären, was die beiden 16-jährigen Jugendlichen gerade nachts hierher verschlagen hat.

In diesem Hotel hat das 25-jährige Opfer seine Ausbildung gemacht. 

Eine ebenfalls in dem Gebäudekomplex arbeitende Frau machte gestern Mittag einen Pausenspaziergang durch das Gewerbegebiet. Und auch da kreisten die Gedanken um die Tat von der vergangenen Woche. „Als Frau macht einem das Angst“, sagt sie. „Es beruhigt aber, dass die Täter schon gefasst wurden.“ Sie sei froh, einen Stellplatz in der Tiefgarage zu haben, was ihr auch an Arbeitstagen mit Überstunden ein sicheres Gefühl gibt, wenn es draußen schon dunkel ist und die meisten Büroräume bereits leer sind.

In der Dornach haben die Nachrichten schnell die Runde gemacht. Nicht jeder will über das Verbrechen reden. Den Dornacher Wolfgang L. macht es betroffen, dass zwei Schüler für die Tat verantwortlich sein sollen. Das zeige die Schwierigkeiten der Gesellschaft. „Es gibt junge Menschen, die abgehängt sind. Sie brauchen mehr Hilfe und Betreuung“, findet er. Verändert habe die Tat für Dornach nichts, „weil das sich hier bestimmt nicht so schnell wiederholen wird“. So jedenfalls die Hoffnung des Dornachers.

„Es ist traurig“, sagt Alexander R., bevor er wieder in seinem Büro verschwindet, „aber das Leben geht weiter.“ Er hält kurz inne. „Für uns jedenfalls.“

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