Ein gelbes M fürs Gewerbegebiet

Wenige Meter neben der A99: McDonald‘s will Filiale eröffnen - sofort kommen Bedenken

  • VonNico Bauer
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McDonald‘s möchte eine Filiale im Gewerbegebiet in Aschheim eröffnen. Das schmeckt nicht allen im Gemeinderat. Es gibt Sorgen um Müll und die Baupläne.

Aschheim – Bekommt Aschheim nun seinen eigenen McDonald’s? Eine entsprechende Bauvoranfrage lag am Dienstag dem Bauausschuss vor. Das Gremium war wenig begeistert und genehmigte die Bauvoranfrage für die Hermann-Hesse-Straße nur mit hauchdünner 5:4-Mehrheit.

Bei der A99: Eigener McDonald‘s für Aschheim? Gemeinderätin (Grüne) besorgt wegen Verschmutzung

Das Grundstück an der Hermann-Hessestraße ist ein typischer Standort für die amerikanische Fastfood-Kette. Das angedachte Schnellrestaurant mit Drive-In liegt nur wenige Meter von der Autobahnauffahrt entfernt und befindet sich an dem großen Kreisverkehr im Sichtfeld aller, die das Post-Verteilzentrum oder die Möbelhäuser anfahren.

Die Behandlung der Voranfrage vermittelte aber den Eindruck, dass McDonald’s in Aschheim von Teilen des Gemeinderats nicht mit Hurra empfangen wird. Sabine Maier (Grüne) sagte beispielsweise, dass das Schnellrestaurant im benachbarten Kirchheim die Folge habe, dass der beträchtliche Verpackungsabfall entlang der Staatsstraße nicht selten wieder aus dem Fenster rausfliegt, wie es reinkam.

Sie bemängelte, dass die Straßenränder dort oft erheblich verschmutzt seien. In Aschheim möchte sie das nicht auch haben. Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) sagte, dass die Gemeinde grundsätzlich für Bundes- oder Staatsstraße nicht verantwortlich sei, „aber wir wollen auch die Straßen sauber halten, für die wir nicht zuständig sind“.

McDonalds-Filiale in Aschheim: Freie Wähler kritisieren bauliche Befreiungen

Die Freien Wähler kritisierten unterdessen die vier baulichen Befreiungen, die man erteilen müsste. „Das sind keine Kleinigkeiten“, sagte Eugen Stubenvoll. Befreiungen braucht es unter anderem für die in die Grünfläche hineinragende Terrasse, die Drive-In-Bestellsäulen außerhalb der Baugrenzen und die Wandhöhe von 9,24 Metern (7,50 steht im Bebauungsplan).

Und dann wäre da noch die 25 Meter hohe Stele mit dem gelben „M“, das die Autofahrer von weitem zum Restaurant lotsen soll. Hier wurden als Kompromiss am Ende 16,90 Meter Höhe angeboten. Die Verwaltung machte deutlich, dass in dem Gewerbegebiet das Schnellrestaurant zulässig sei und deshalb nicht grundsätzlich abgelehnt werden könne. Es gehe lediglich um die Befreiungen. Heinrich Broda sagte deshalb, dass man dann eben keinerlei Befreiung gebe. Davor warnte Bürgermeister Glashauser: „Was machen wir beim nächsten Häuslebauer, der Befreiungen braucht? Wir als Gemeinde sollten alle gleichbehandeln.“

Debatte um McDonald‘s in Aschheim: „Es kann auch etwas anderes werden“ - Mehrheit stimmt für

In der Debatte um das im Gewerbegebiet zentral gelegene Filetgrundstück kam auch die Frage nach Alternativen auf. Hier verwies Glashauser darauf, dass die Fläche in privater Hand sei, die Gemeinde könne da nicht mitreden. Am Ende der Preis den Markt regele. „Eine größere Kette kann eher einen hohen Preis bezahlen“, sagte Glashauser.

Letztlich gab es eine Mehrheit für die Bauvoranfrage mit den vier Stimmen der CSU oder von Jaqueline Reddig (Grüne). „Ich denke, die Botschaft kommt an“, sagte Glashauser mit Blick auf den Antragsteller, der nun weiterplanen kann, aber dem Gemeinderat für stabile Mehrheiten mehr entgegenkommen muss. Für das weitere Verfahren sagte Glashauser auch, dass es nicht zwingend McDonald’s als Betreiber des Restaurants sein müsse: „Auf den vorgelegten Plänen steht das ‚M’, aber es kann auch etwas anderes werden.“

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Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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