Mit weniger Steuereinnahmen rechnet auch die Gemeinde Aschheim durch Corona.
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Mit weniger Steuereinnahmen rechnet auch die Gemeinde Aschheim durch Corona.

„Dieses Jahr sollte uns eine Lehre sein“

Das gab es schon lange nicht mehr: Aschheim muss ran ans Ersparte

  • vonNico Bauer
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Der Gemeinde Aschheim geht es finanziell gut. Keine Schulden, hohe Rücklagen. Doch die Corona-Krise schlägt sich im Haushalt nieder. Das Einnahmen-Minus fängt die Kommune mit ihrem Ersparten auf.

Aschheim – Der Nachtragshaushalt hat in Aschheim eine feste Tradition und in der Vergangenheit war es ein Finanzfeiertag für den Gemeinderat. Aufgrund vorsichtiger Kalkulationen wurden die Zahlen im Herbst immer nach oben korrigiert. Corona bedingt ist heuer auch finanziell alles anders. Die Gemeinde muss ran ans Ersparte, mehr als es ihr lieb ist. Der Gemeinderat verabschiedete das neue Zahlenwerk nun und beschloss eine erhöhte Entnahme aus den Rücklagen: rund 900 000 Euro.

Grundsätzlich kommt die Gemeinde aber solide durch die Krise. Die finanziellen Veränderungen ergeben sich durch Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt und geringer erwartete Steuereinnahmen. Bei der Gewerbesteuer gibt es aktuell noch keine Entwicklung, aber dafür wurde der Ansatz bei der Einkommensteuerbeteiligung um 400 000 Euro nach unten korrigiert auf 10,3 Millionen. Auf der anderen Seite waren nach den finanzstarken Vorjahren Nachzahlungen an Land und Bund nötig. Das Volumen des Aschheimer Verwaltungshaushalts liegt mit 48,4 Millionen Euro rund 2,5 Millionen unter dem Niveau von 2019. Nach aktuellem Stand sinkt die Zuführung zum Vermögenshaushalt von geplanten 2,6 Millionen auf 1,7 Millionen. Die Veränderungen werden heuer mit einer Rücklagenentnahme von 4,0 Millionen ausgeglichen, was einem Plus von 894 000 Euro entspricht.

Die Devise: weiter vorsichtig kalkulieren

In den vergangenen Jahren hatte die Gemeinde Aschheim im Haushalt immer wieder Rücklagenentnahmen eingeplant, diese aber mit dem Nachtragshaushalt wieder gestrichen. Die Ersparnisse der schuldenfreien Kommune nehmen damit heuer erstmals seit Jahren wieder und belaufen sich nun noch auf 15,2 Millionen. Anfang 2019 standen die Rücklagen noch bei 9,3 Millionen Euro und wuchsen nach dem finanziell erfolgreichsten Jahr der Gemeindegeschichte zum 1. Januar 2020 auf 19,3 Millionen an.

Nun muss man also wieder einen halben Schritt zurück machen. „Dieses Jahr sollte uns eine Lehre sein“, kommentierte Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) den Nachtragshaushalt. Es habe sich gezeigt, dass die Gemeinde mit der vorsichtigen Kalkulation der Einnahmen gut fahre und das solle man beim Haushaltes für 2021 auch so beibehalten.

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