Östliche Kommunen kämpfen für einen Radschnellweg

In der ersten Runde zur Umsetzungen der Radschnellwege im Landkreis München war der Osten der Verlierer. Beschlossen wurde die detaillierte Machbarkeitsstudie für den Norden, also Garching, Unterschleißheim, einen Weg in den Süden und einen in das Würmtal. Nun wollen die Kommunen Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim und Poing ein gemeinsames Positionspapier erstellen und an den Landkreis München schicken.

Aschheim – Die Gemeinden im östlichen Landkreis könnten sich an den Strang Unterföhring/Ismaning hängen. Die Aschheimer Verwaltung sieht Realisierungspotenzial für einen Abzweig dieser Trasse entlang der S-Bahnlinie S8. Dieser könnte dann Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim und Poing anbinden an eine attraktive und autofreie Radverbindung nach München. Der Hauptausschuss stimmte einstimmig für Untersuchungen auf Aschheimer Flur bezüglich der Umsetzung und der Erarbeitung eines Positionspapiers. Dieses soll die Chancen auf einen Radschnellweg für den östlichen Landkreis erhöhen.

Aschheim hat auch gute Argumente, weil die Gemeinde in der Statistik täglich die drittmeisten Pendler im Landkreis hat hinter Unterföhring und Garching. „Es ist sinnvoll, frühzeitig auf diesen Zug aufzuspringen“, sagte die Gemeinde- und Kreisrätin Ingrid Lenz-Aktas (SPD). Sie erklärte, dass es auch Andeutungen des Freistaates Bayern gäbe, sich finanziell an solchen Radschnellwegen zu beteiligen.

Es gab allerdings nicht nur jubelnde Zustimmung zu dem Vorstoß des Radschnellweges. Florian Meier fand „die Idee grundsätzlich gut“, für eine Umsetzung gebe es jedoch noch viele offene Fragen. Meier fragte schon einmal, ob Grundstücksbesitzer notfalls enteignet werden können für vielleicht fünf Radfahrer am Tag. Achim Jänsch (SPD) ist begeisterter Radfahrer und deshalb sehr angetan von der Idee. Er ergänzte, dass sichergestellt werden müsse, dass Autos den Weg nicht nutzen. Dies könne bei den großen Staus der Region als Schleichweg sein oder für junge Erwachsene als Rennstrecke. Sollte das möglich sein, befände sich der Fahrradfahrer in einer trügerischen Sicherheit.

Das Positionspapier für einen Radschnellweg ist nun schon der zweite kommunale Zusammenschluss. Für die Errichtung von Fahrradverleihstationen haben Aschheim und Kirchheim bereits ein gemeinsames Positionspapier verfasst. Diesem Vorstoß hatte sich Feldkirchen nicht angeschlossen.


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