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Ein Dorn im Auge sind die parkenden, gelben Transporter wie hier in der Mondstraße, die offensichtlich zu Subunternehmern der Deutschen Post gehören

Es sind wohl Fahrzeuge der Post-Subunternehmer

Gelbes Ärgernis: SPD und FW wollen Post-Transporter aus Wohngebieten verbannen

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Die SPD und Freien Wähler wollen die Post-Lieferwagen aus den Vierteln verbannen. Doch so einfach ist das offenbar nicht, wie Bürgermeister Thomas Glashauser aufzeigte.

Aschheim – Die Farbe Gelb dominiert die Straßen der Aschheimer Wohngebiete. Und das schon seit Langem. Überall stehen abends und an den Wochenenden Transporter, die offensichtlich zu Subunternehmern der Deutschen Post gehören. Die Lieferwagen-Fahrer suchen ihre Stellplätze im Umfeld des Verteilzentrums im Gewerbegebiet.

Im Aschheimer Gemeinderat stellten SPD und Freie Wählern zwei Anträge, um dem Problem Herr zu werden. Die Diskussion zeigte aber, dass die Angelegenheit nicht so einfach ist. Die Fraktionen wollten erreichen, dass die Fahrzeuge aus dem Ort durch rechtliche Veränderungen verbannt werden.

FW fordern: Exzessives Parken einschränken

Die SPD hatte einen konkreten Vorschlag: Die Sonnenstraße, Mondstraße, Marsstraße und Saturnstraße sollten jeweils durch ein Zusatzzeichen ausschließlich für parkende Pkw freigegeben werden. Die Freien Wähler wollten der Verwaltung die Aufgabe übertragen: „Die Gemeindeverwaltung möge prüfen, wie sich das exzessive gewerbliche Parken der Paketzusteller wirkungsvoll, zeitnah und dauerhaft einschränken lässt.“

Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) hatte volles Verständnis für den Vorstoß der beiden Fraktionen. Für die Pkw-Einschränkung brauche es aber eine grundlegende Parkbeschilderung an den Straßen. Aktuell habe man gar keine Schilder, weswegen innerorts an der Straße geparkt werden darf – auch von Lieferwagen. Die Verbote seien auch erst wirkungsvoll, wenn rechtliche Festsetzungen kontrolliert würden. „Mit dem Zusatzzeichen ’Pkw’ haben die Anwohner dann das Recht, die Polizei zu rufen“, behauptete SPD-Fraktionssprecherin Carola Lampersberger.

Hoffnungen ruhen auf Ausbau des Post-Verteilerzentrums

Rolf Dettweiler (CSU) brachte das Argument in die Diskussion ein, dass mit Parkverboten die gelben Transporter lediglich von den aktuell besonders betroffenen Straßen in andere Bereiche Aschheims verlagert würde. Bürgermeister sieht noch weitere Schwierigkeiten: Die Fahrzeuge seien keine Lastwagen und könnten deshalb rechtlich teilweise auch die Pkw-Flächen nutzen. Er hofft mittelfristig auf den geplanten Ausbau des Post-Verteilzentrums, in den 70 Millionen Euro fließen. Die vorgestellten Pläne sehen auf dem Postgelände auch ein Parkdeck für eben diese Fahrzeuge der Subunternehmer. Damit könnte sich das Chaos in den Wohngebieten legen. Eine weitere Option wäre die Umstellung der Zusteller-Flotte auf Elektrofahrzeuge. Diese müssten über Nacht nämlich an Ladesäulen angeschlossen werden. Und die gibt es in den belasteten Straßen nicht.

Günther Sassmann (FW) schlug vor, bestehende Parkplätze doppelt zu nutzen. So könne man nachts die Zustellerfahrzeuge etwa auf dem nahegelegenen Rewe-Parkplatz abstellen. Allerdings, merkte Glashauser an, habe die Gemeinde bei der Nutzung von Privatgrundstücken kein Mitspracherecht.

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