Die Gebäude am Einsteinring 4 bis 6
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Was nun? In die Gebäude am Einsteinring 4 bis 6 hätte Wirecard eigentlich nach der Modernisierung einziehen sollen. Das Rathaus hofft, angesichts der laufenden Arbeiten, auf einen anderen Mieter.

Nach dem Wirecard-Skandal

Eine Straße, viele Baustellen: So geht es weiter am Dornacher Einsteinring

  • vonNico Bauer
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Eigentlich wollte Wirecard innerhalb des Dornacher Gewerbegebiets umziehen. Dann kam der Skandal. Die Bauarbeiten an dem Gebäude laufen weiter. Die Gemeinde hofft auf andere Mieter.

Aschheim – Der Einsteinring in Dornach ist derzeit eine Straße voller Fragezeichen. Vor allem wegen der Wirecard-Insolvenz ist hier alles offen, aber die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Aktuell werden leer stehende Bürogebäude entkernt und die Gebäude modernisiert. Das Grundstück für den Neubau des Parkhauses ist auch schon baubereit, und hier darf der Investor nach dem Beschluss des Bauausschusses mit 8:1 Stimmen nun auch zu bauen beginnen.

Der ursprüngliche Plan lautete, dass Wirecard von der Hausnummer 35 in die Häuser 4 und 6 umziehen sollte, aber das war alles vor dem Skandal um Luftbuchungen, Bilanzbetrug, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und den teilweisen Insolvenzanträgen. Wie es mit Wirecard und den weiter bestehenden Geschäftsbereichen am Einsteinring weitergeht, steht in den Sternen.

„Große Unternehmen aus München wollen heraus in das Umland“

Das zweite große Fragezeichen ist der bevorstehende Auszug der Schlemmer Goup am Einsteinring 10. Dieser Abgang ist für Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) keine Überraschung, „weil es von Anfang an kommuniziert war, dass das Unternehmen nur auf Zeit hier sein wird“.

Parallel laufen die Arbeiten in den leerstehenden Gebäuden auf Hochtouren. Der Umbau der Häuser 4 und 6 ist bereits genehmigt, die Gebäudehüllen haben aktuell nahezu den Standard eines Rohbaus. Die laufende Modernisierung sieht der Bürgermeister positiv, weil so das Gewerbegebiet Dornach aufgewertet werde. Er kann sich allerdings auch vorstellen, dass die Gemeinde Änderungsanträge für das laufende Projekt bekommen könnte, weil Wirecard die neuen Büroflächen hochwertig haben wollte.

Grundsätzlich deutet die Fortführung der Modernisierung darauf hin, dass in den kommenden Jahren neue Mieter dort einziehen. „Große Unternehmen aus München wollen heraus in das Umland“, sagt Bürgermeister Glashauser. „Der Markt ist da.“ Dornach könne hier gute Argumente bieten: die direkte Nachbarschaft zum Messegelände und ein deutlich unter der Landeshauptstadt liegender Gewerbesteuersatz.

Und weiter geht’s: Der Investor kann mit den Bauarbeiten am neuen Parkhaus starten.

Thomas Glashauser ist guter Dinge, dass der Investor bei der Fortführung der Arbeiten auch schon Interessenten an der Hand hat. Für die Nutzung der zuletzt jahrelang leerstehenden Gebäude müssen auch entsprechende Parkplätze nachgewiesen werden – und die wurden nun genehmigt. Gegenüber dem gültigen Bebauungsplan musste der Bauausschuss nur kleinere Befreiungen erteilen. So wird es eine Ein- und Ausfahrt geben und keine separaten Zu- oder Abfahrten. Für das gegenüber dem Parkhaus gelegene Grundstück mit der Adresse Einsteinring 30 sind 749 Parkplätze nachzuweisen, auf dem Grundstück gibt es allerdings nur 327 Stellplätze. Somit wurden im Parkhaus weitere 422 Stellplätze benötigt; die aktuelle Planung sieht 434 Stellplätze vor.

Vorwurf der „Geheimnistuerei“

Kritik kam bei der Diskussion über das Parkhaus nur zum Verfahren. Heinrich Broda (FW) bemängelte, dass der zu dem Bauantrag gehörende Bebauungsplan nicht öffentlich zeigt werde und sprach von „Geheimnistuerei ohne Ende der Gemeinde“. Diesen Vorwurf wies Bürgermeister Glashauser zurück und betonte, dass die Verwaltung mit viel Aufwand prüfen müsse, was wegen Datenschutzgesetzen öffentlich gemacht werden darf. Bürger hätten in der Sitzung die Gelegenheit zur Einsicht in die Pläne und die Gemeinderäte hätten diese als vertrauliche Anlagen bekommen.

Letztlich genehmigte der Ausschuss den Bauantrag für das Parkhaus. Lediglich der Dornacher Gemeinderat Heinrich Broda blieb sich treu und stimmte – wie schon im gesamten Verfahren – gegen den Bau.

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