Thomas Glashauser beruhigt den Gemeinderat. (Symbolbild)
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Thomas Glashauser beruhigt den Gemeinderat. (Symbolbild)

keine dramatischen finanziellen Auswirkungen

Die Ruhe selbst in turbulenten Zeiten

  • vonNico Bauer
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In einer Sondersitzung informierte Bürgermeister Thomas Glashauser den Gemeinderat, dass die finanziellen Auswirkungen von Wirecard derzeit nicht dramatisch für die Kommune sind.

Aschheim – Durch den Bilanzskandal um Wirecard mit mutmaßlichen Luftbuchungen in Milliardenhöhe, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und einem Insolvenzantrag des in Dornach sitzenden Unternehmens erlangte die Gemeinde Aschheim in den vergangenen Tagen bundesweite Bekanntheit. Bürgermeister Thomas Glashauser wahrt dennoch die Ruhe. Er informierte den Gemeinderat in einer Sondersitzung, dass die finanziellen Auswirkungen derzeit nicht dramatisch für die Kommune sind.

Der Gemeinde komme es zu Gute, dass man Einnahmen bei der Gewerbesteuer immer sehr vorsichtig kalkuliere. So war es in den vergangenen Jahren fast schon Tradition, in einem Nachtragshaushalt die Einnahmen nach oben zu kalkulieren. Vor Beginn des Corona-Shutdowns in Deutschland schien ein neuer Gewerbesteuer-Rekord möglich. Erstmals schienen Einnahmen jenseits der 40 Millionen Euro möglich. Die Hochrechnung lag bei 41 Millionen. Nun liegt man durch Corona-Krise und Wirecard-Skandal bei erwarteten Gewerbesteuereinnahmen von rund 27 Millionen Euro, was wieder im Bereich des ursprünglichen Haushaltsansatzes liegt.

Thomas Glashauser: „Steuerzahlen auszusprechen liegt im Bereich einer Straftat“

„Steuerzahlen auszusprechen liegt im Bereich einer Straftat“, mahnte Thomas Glashauser in der Sondersitzung des Gemeinderates. Der Trend in Aschheim ist dennoch klar: Die Gewerbesteuer entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren, wenn auch mit Schwankungen, stetig nach oben:

2009 (16,1 Millionen)
2010 (12,5 Millionen)
2011 (18,6 Millionen)
2012 (18,0 Millionen)
2013 (28,6 Millionen)
2014 (19,7 Millionen),
2015 (20,6 Millionen)
2016 (21,6 Millionen)
2017 (21,6 Millionen)
2018 (33,9 Millionen)
2019 (39,7 Millionen)

Bürgermeister Glashauser sieht seine Gemeinde gut aufgestellt durch eine breite Palette an Unternehmen, die immer mehr Zuwachs bekommen. So sei der Leerstand im Gewerbegebiet Dornach laut Glashauser seit 2014 von rund einem Drittel heruntergegangen auf aktuell elf bis zwölf Prozent. „Wir hatten schon mehrere Insolvenzen in den letzten Jahren“, sagte Glashauser und erinnerte an Firmen wie Hobeca, Trumpf Blusen, Walter Bau oder aktuell Escada. Keine dieser Pleiten habe die Gemeinde finanziell in Turbulenzen gebracht wegen den konservativen Ansätzen.

Sabine Freser-Specht (Grüne) deutete an, dass man sich im Internet über Wirecard informieren und Rückschlüsse auf die konkrete Steuerkraft von Wirecard schließen könne. Gemeinde-Geschäftsführer Christian Schürer bat dennoch um Verständnis, dass man sich als geltendes Gesetz halten müsse: „Wenn man clever ist, kann man so etwas aus dem Internet herausziehen. Aber wir dürfen nichts sagen.“

Wenn im September 2025 der Unterricht wieder beginnt, sollen in Aschheim erstmals die Schüler ins neue Gymnasium strömen. Der Siegerentwurf für den Schulcampus ist nun vorgestellt worden.

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