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Die Wirecard-Zentrale im Dornacher Gewerbegebiet.

Gemeinde befasst sich mit drei Szenarien

Sondersitzung nach Wirecard-Insolvenz: Parkhaus wird wohl trotzdem gebaut

  • vonNico Bauer
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Nach dem Skandal um Wirecard ist der Aschheimer Gemeinderat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Dabei äußerte sich der Bürgermeister erstmals seit dem Insolvenzantrag. Auch zum Parkhaus.

Aschheim – Wie geht es weiter mit Wirecard? Nach dem Skandal um Luftbuchungen in Milliardenhöhe und dem Insolvenzantrag stellt sich die Frage, was mit dem Dax-Konzern mit Sitz in Dornach passiert. Ein Thema, mit dem sich der Gemeinderat am Dienstagabend in einer Sondersitzung befasste. Wie Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU), der zuletzt zum Wirecard-Skandal schwieg, dabei verriet, ist der eigentlich geplante Umzug des Unternehmens innerhalb des Gewerbegebietes nun völlig offen.

Glashauser war bekanntlich stolz, Wirecard von einem Verbleib in Dornach überzeugt zu haben. Der Konzern wollte innerhalb des Einsteinrings in größere Räumlichkeiten ziehen. Dafür genehmigte die Kommune ein Parkhaus. Das ist auch der aktuelle Stand beim Baurecht. Für die Gemeinde ändert sich rechtlich nichts. Denn Wirecard ist nicht der Bauherr, sondern ein Investor, die Rock Capital Group. Derzeit läuft bereits der Umbau des bestehenden und aktuell ungenutzten Bürogebäudes, das 2015 beim Höhepunkt der Flüchtlingsankunft als Ersterfassungsstandort genutzt wurde. Bürgermeister Glashauser geht davon aus, dass sich an dem Bauvorhaben nichts ändert: „Ich denke, dass die (die Investoren, Anm. d. Red.) unabhängig vom künftigen Mieter jetzt bauen müssen.“ Sollte Wirecard nicht umziehen, gebe es, so der Bürgermeister, nach dem Umbau immerhin attraktive Strukturen, an denen andere Unternehmen interessiert sein könnten.

In Aschheim gibt es laut Glashauser derzeit drei denkbare Szenarien: Wirecard bleibt am bisherigen Standort, das Unternehmen zieht in die neuen Räumlichkeiten oder es verschwindet ganz aus dem Gewerbegebiet. Allerdings sei derzeit nicht zu beantworten, so Glashauser, welcher Fall eintrete. Die Gemeinde müsse nun einfach abwarten, sie habe ja selbst keine Entscheidungen zu treffen. Nachdem man in Aschheim den Haushalt grundsätzliche vorsichtig kalkuliere, werde man vorerst wohl auch keine Gewerbesteuereinnahmen durch Wirecard für diesen und den nächsten Haushalt ansetzen.

Ein ausführlicher Bericht zur Sondersitzung des Gemeinderats folgt.

Exklusiv: Bürgermeister erklärt sein Schweigen

Bürgermeister Thomas Glashauser ist derzeit ein gefragter Mann. Verständlich angesichts des skandalgebeutelten Dax-Konzerns Wirecard, mit dem sich die Gemeinde gerne schmückte. Seit Tagen fragen daher Medien aus ganz Deutschland beim Bürgermeister für ein Statement an. Doch der ging medial auf Tauchstation. Schließlich, so begründet er sein Schweigen nun gegenüber dem Münchner Merkur, dürfe er nichts zu Gewerbesteuereinnahmen sagen. Er betont zudem, dass die Bewertung des Falles Wirecard nicht sein Thema sei. Er sehe sich als letzte Anlaufstelle: „Bei Wirecard und der Staatsanwaltschaft bekommen die Journalisten keine Antworten, als gehen sie zur Gemeinde.“ Das habe zu kuriosen Szenen geführt: Der Bayerische Rundfunk etwa habe eines Tages unangemeldet im Rathaus gestanden. Auch seine Frau, so erzählt der Bürgermeister, werde von Medienvertretern angerufen. „Man versucht es halt auf allen Kanälen.

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