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Rampensau: Martin Matz, hier mit „Puffmutter“ Maria Weiß, überzeugte in seiner Rolle als Zuhälter.

Binnen Stunden  ausverkauft

Aschheimer Bauerntheater: Rotlicht auf dem Reithof

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Mit dem „fast keuschen Josef“ hat das Aschheimer Bauerntheater einen Kassenschlager gelandet.

Aschheim - Es dauerte nur wenige Stunden, bis die letzte Karte vergriffen war. Bei der Premiere des Aschheimer Bauerntheaters mit dem Stück „Der fast keusche Josef“ waren bereits alle elf Termine restlos ausverkauft. Keine andere Theatergruppe der Region hat die Situation, dass der Vorverkauf schon Wochen vor der Premiere abgeschlossen ist. Die Besucher des Theaterabends mit gut 200 Gästen in der Sportgaststätte wurden in ihrer Karten-Kaufentscheidung bestätigt.

Der fast keusche Josef ist Wolfgang Josef Raublinger (Martin Matz), der das Rotlichtmilieu und die Welt des Glückspiels beherrscht und mit seiner harschen Art alles im Griff hat. Seine fromme Schwester Anna (Martina Böhl) versucht die Milieugröße auf den Weg der Tugend zurückzubringen. Das Stück spielt auf einem Pferdehof, der dem Zuhälter dank Spielschulden eines Stammkunden zugefallen ist. Der Franziskanerbruder Pater Fidelis (Gerhard Widhopf) steht ihr bei dieser Mission bei. Komplettiert wird das Bühnen Team von der Puffmutter (Maria Weiß), der Hausangestellten (Kathi Böltl), den Schönheitschirurg (Roland Mermi) und dem Hausmeister (Ferdinand Pätzold).

Moraldebatte: Martina Böhl und Gerhard Widhopf spielen die braven Gegenparts zur Rotlicht-Szene.

Der Dreiakter von Cornelia Willinger ist ein Feuerwerk der frechen Sprüche, die das Publikum immer wieder laut lachen ließ. „Bei seinem Sündenregister reicht das für ein 5000 Jahre langes Abo im Fegefeuer“, stellte der Pater Fidelis fest. Darauf das Kontra des Zuhälters: „Religion ist nichts anderes als von oben verordnete Schuldgefühle mit unterschiedlichen Feiertagen.“ Der Bordellchef sorgt immer wieder für die Lacher bei seinem Umgang mit den Damen. Auch ein Herzinfarkt kann den fast keuschen Josef nicht ändern, doch dann geschieht das Unerwartete.

Reitstall gegenüber der Bühne versetzt Besucher mitten ins Geschehen

Die Aschheimer Theaterspieler hatten mit Martin Matz eine Rampensau, die die Hauptrolle des Stückes sensationell umsetzte. Der den Pater spielende Regisseur Gerhard Widhopf hat den Dreiakter mit seinem Team gut umgesetzt. Sehr gut kam auch an, dass mitten im Publikums gespielt wurde, weil der Reitstall gegenüber der Bühne die Besucher mitten ins Geschehen versetzt.

Die elfte und letzte Vorstellung der Komödie ist am 10. November angesetzt. Karten gibt es keine mehr, auch Zusatzvorstellungen sind nicht möglich. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass die Karten in knapp einer Woche ausverkauft waren“, sagt Clarissa Haller, die Vorsitzende des Aschheimer Bauerntheaters. Sie formulierte zur Premiere auch klar die Regeln für das Publikum: „Ein klingelndes Handy kostet bei uns eine Runde für die ganze Theatergruppe.“

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