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Aschheimer Rathaus droht der Abriss

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Von: Nico Bauer

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Der Bürgermeister musste schon ausziehen: links das Rathaus, rechts das Partnerschaftshaus, in dem derzeit Geschäftsleitung und Bürgermeister untergebracht sind. Hinter dem Partnerschaftshaus könnte durch den Abriss eines Wohnhauses Raum für den zukunftsfähigen Rathaus-Neubau gewonnen werden.
Der Bürgermeister musste schon ausziehen: links das Rathaus, rechts das Partnerschaftshaus, in dem derzeit Geschäftsleitung und Bürgermeister untergebracht sind. Hinter dem Partnerschaftshaus könnte durch den Abriss eines Wohnhauses Raum für den zukunftsfähigen Rathaus-Neubau gewonnen werden. © Nico Bauer

Eigentlich wollte die Gemeinde Aschheim nur einen Fahrstuhl ins Rathaus einbauen. Plötzlich stehen Abriss und Neubau auf der Tagesordnung.

Aschheim Aus dem Ziel, Barrierefreiheit im Aschheimer Rathaus zu erreichen, ist in den vergangenen Wochen und Monaten ein immer größerer Eingriff geworden. Anfangs witzelte Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) noch, dass er für einen Fahrstuhl seinen Parkplatz opfern müsse. Mittlerweile wurden die im Altbau untergebrachten Verwaltungsteile wie etwa Finanzabteilung, Geschäftsführung und Bürgermeister umquartiert in das benachbarte Partnerschaftshaus. Dort sollten diese Teile der Verwaltung arbeiten bis zum Abschluss des Umbaus. In der jüngsten Gemeinderatssitzung folgte nun der große Knall, als dem Gemeinderat sechs Varianten vorgestellt wurden, wie weiter verfahren werden könnte mit dem Gebäudekomplex an der Ismaninger Straße.

Mehrheit für große Lösung zeichnet sich ab

Variante eins ist die Minimallösung, bei der weitere Stahlträger in den Altbau eingezogen würden und die Sicherheit im Haus wiederhergestellt wird. Hier wird mit 1,9 Millionen Euro Kosten gerechnet. Variante sechs ist dann der große Wurf, der einen Neubau des Rathauses vorsieht samt einer Erweiterung, durch die für die Verwaltung auf lange Sicht der benötigte Platz geschaffen werde. Hierfür könnte hinter dem Partnerschaftshaus ein Wohngebäude samt Carport abgerissen werden, um das Rathaus zukunftsfähig zu erweitern. Eine erste Kostenschätzung liegt bei 8,8 Millionen Euro.

Neubau kostet fast neun Millionen Euro

Bürgermeister Thomas Glashauser sowie mehrere Vertreter aus den Reihen von CSU und SPD sprachen sich für den Neubau aus und eine Lösung, mit der Ruhe für mindestens 20 Jahre geschaffen werden solle. Die Freien Wähler finden den Neubau auch prinzipiell in Ordnung, sehen derzeit aber finanziell nicht die Möglichkeiten. Deshalb war ihr erster Gedanke, das Minimalprogramm jetzt zu starten und den Neubau mittelfristig anzugehen. Die Verwaltung bekam den Auftrag, nun mit Hochdruck die minimale Sanierung und den Neubau samt Erweiterung zu prüfen. In der nächsten Sitzung am 19. Juli soll bereits eine Entscheidung fallen, weil die derzeitige Auslagerung so schnell wie möglich beendet werden soll.

Entscheidung am 19. Juli

Das derzeitige Rathaus sowie der dahinter liegende Anbau haben unterschiedliche Höhen, sodass die komplette Barrierefreiheit auch mit den größten Anstrengungen nicht erreichbar sein dürfte. CSU-Fraktionssprecher Rolf Dettweiler hatte zwar bei knapp neun Millionen Euro Kosten etwas Bauchschmerzen, „aber wir haben ein stetiges Wachstum, in den nächsten 20 Jahren mehr Platzbedarf für die Verwaltung und dazu bleiben bei Sanierungen die Kosten selten im Rahmen“. Auch Carola Lampersberger (SPD) denkt an den Neubau, wollte das aber erst noch einmal drei Wochen überlegen vor der finanziell weit reichenden Entscheidung.

Ingrid Lenz-Aktas (SPD) warnte, dass man mit einer Sanierung nur Zeit gewinne „und dazu zwei Millionen Euro zum Fenster rausschmeißt“. Der Bürgermeister machte deutlich, dass mit einem sofortigen Neubau des Rathauses die gemeindliche Prioritätenliste für Investitionen der kommenden Jahre überarbeitet werden müsste. „Dort sind Maßnahmen, bei denen wir gegenüber Bürgern im Wort stehen“, sagte Glashauser, „aber eine funktionierende und zukunftsfähige Verwaltung ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde.“

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