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Bürgerversammlung in Aschheim mit Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU).

Bürgerversammlung in Aschheim

Asylheim: Anwohner beklagen Baustopp

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An der Alpenstraße in Aschheim ist die Baugrube bereits ausgehoben: Hier soll eine Asylunterkunft entstehen. Doch in den kommenden Monaten passiert hier erst einmal nichts mehr. Sehr zum Ärger der direkten Anwohner. 

Aschheim – Zwei Themen bestimmten die Bürgerversammlung in Aschheim: die Forderung nach mehr Transparenz des Geothermie-Unternehmens AFK und die Asylbewerber-Unterkunft an der Alpenstraße.

Karl-Heinz Nuss etwa möchte eine Gewinn-undVerlust-Rechnung der AFK gezeigt bekommen. Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU), der in den nächsten Tagen Aufsichtsratsvorsitzender des interkommunalen Projekts der Gemeinden Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen wird, sagte, dass er von der GmbH keine Zahlen öffentlich machen dürfe. Er werde die Anregung in der nächsten Sitzung aber auf den Tisch bringen. „Wir haben drei Geldgeber-Gemeinden mit unterschiedlichem finanziellen Rückgrat. Das macht die Sache schwierig“, sagte Glashauser. Im Bericht der Gemeinde Aschheim zeigte er auf, dass die Kommune durch AFK-Bürgschaften rund 7,1 Millionen Euro indirekte Schulden hat. Glashauser sagte, dass die umweltfreundliche Wärmegewinnung mit heißem Erdwasser ein Zuschussgeschäft bleibe: „Zeitnah werden wir keine Gewinne erzielen, vor allem nicht mit dem niedrigen Preis von Öl und Gas.“

Das Zuheizen mit fossilen Brennstoffen sprach Zuhörerin Sabine Freser-Specht an. Sie wollte wissen, wie die AFK zuheize. Glashauser sagte, es werde bei den Spitzenlasten morgens und an besonders kalten Tagen zugeheizt. Diese Phasen nur mit Geothermie abzudecken, sei wirtschaftlich nicht machbar: „Alles nur mit Geothermie zu schaffen, ist ein Trugschluss.“

Gabriele Denzel fragte, ob angesichts stagnierender Flüchtlingszahlen Umverteilungen erfolgen, wenn Aschheim mehr Menschen als vorgeschrieben aufnehme. Zudem wollte sie wissen, was mit dem Bau einer Unterkunft an der Alpenstraße für rund 30 Geflohene passiere. Hier antwortete Landrat Christoph Göbel (CSU), dass Ende 2019 die Container im Dornacher Gewerbegebiet aufgelöst werden. Derzeit leben dort 80 Menschen. Ohne diesen Bereich und mit der kleinen Anlage an der Alpenstraße liege Aschheim dann wieder voll im Soll.

Sepp Lausch regte an, an der Alpenstraße statt der mobilen Anlage lieber ein richtiges Gebäude zu errichten, das langfristig genutzt werden könnte. Andrea Kordes ist künftige Nachbarin, sie monierte den Bodenaushub: „Ich sitze auf meinem Balkon, sehe auf eine Baustelle und jetzt passiert nichts mehr.“ Glashauser zeigte Verständnis: „Auch ich bin unglücklich über den schnellen Bodenabschub.“ Die Gemeinde müsse nun aber erst bis Ende des Jahres die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um die Wohnanlage sowohl für Asylbewerber als auch für Wohnen nutzen zu können. Lausch sagte er, dass die „Mobile Cubes“ eine Lebensdauer von 50 Jahren haben. Die Gebäudeteile könnten aber auch versetzt werden, etwa, wenn eine Erweiterung der Seniorenwohnanlage mit alternativen Wohnformen nötig werde.

Christian Nehring sprach den Neubau des Kirchheimer Gymnasiums an. Er zeigte sich besorgt, dass das geplante Gebäude trotz hoher Kosten keinen dauerhaften Bestand haben könnte. „Wir werden nicht kurzfristig denken, sondern mit Qualität bauen“, sagte Göbel. Bürgermeister Glashauser ergänzte, dass Aschheim im Zweckverband ebenso Stimmen habe wie die Gemeinden Feldkirchen und Kirchheim sowie der Landkreis München.

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