„B 471-neu“

Neues Konzept: Letzte Chance gegen den Verkehrsinfarkt

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Die Bürgermeister im Osten des Landkreises haben sich zusammengetan. Sie wollen den Verkehr aus ihren Orten heraushaben. Ein neues Konzept liegt vor.

Landkreis – Ob Bürgermeister von der CSU oder der SPD: Sie alle wollen endlich den Verkehr auf der B 471 aus ihren Orten heraus haben. Eine Lösung wäre, die bisher nur auf Aschheimer Flur verlaufende Autobahnparallele B 471-neu zu verlängern, bis nach Hohenbrunn. Am heutigen Donnerstag befassen sich die Mitglieder des Kreis-Bauausschusses mit dem Thema. Klar ist: Das Ganze funktioniert nur, wenn es ein Konzept für alle Kommunen gibt.

Angestoßen hat die Debatte Haars Dritter Bürgermeister Thomas Reichel, CSU-Regionalbeauftragter im Osten Münchens. In einem Schreiben fordert er im Namen der CSU-Ostverbände eine „spürbare Verkehrsentlastung“. Gerade der „überregionale Durchgangsverkehr“ müsse aus den Ortskernen verbannt werden. „Gemeinsame Lösungen“ seien gefragt. Weg also vom „Kirchturmdenken, bei dem jeder seine eigene Umgehungsstraße plant“.

Gutachter prüfen bereits Verlängerung

Was Reichel unter „gemeinsamen Lösungen“ versteht, ist nicht nur zwischen den Zeilen zu lesen: Besonders Aschheim, Feldkirchen, Grasbrunn, Haar, Hohenbrunn, Ottobrunn, Putzbrunn und Kirchheim haben die Nase voll. Und es braucht nicht erst einen Blick auf die jeweilige Homepage der Gemeinden, um zu bemerken, dass sich hier die Bürgermeister fraktionsübergreifend zusammentun. Im Grunde sind alle Ost-Gemeinden einer Meinung, sie setzen auf eine funktionierende A 99-Parallele.

Und dem Landkreis München ist das Thema wichtig genug, um es auf die Tagesordnung des Bauausschusses zu heben. Gutachter sind bereits an der Arbeit, heißt es. Mit Ergebnissen rechnet man im Frühjahr kommenden Jahres. Die dann folgende Machbarkeitsstudie könnte Trassen von Aschheim südwärts, über Hohenbrunn hinaus, diskutieren. Putzbrunns Rathaus-Chef, Edwin Klostermeier (SPD), ist mehr als froh, endlich so weit gekommen zu sein. Der Bürgermeister stimmt dem Landratsamt zu, in der „B471-neu“ die wohl letzte Gelegenheit zu haben, etwas gegen den Verkehrskollaps zu bewirken. Die Bebauung der Orte rückt immer näher an die A 99 heran: „Irgendwann ist Schluss.“ Dann gibt es keine Trasse mehr, die als Autobahnparallele dienen könnte.

Büchler warnt vor „sinnfreiem Umweg“

Politiker wie der Oberschleißheimer Markus Büchler, Kreisrat und Vorsitzender der Grünen in Oberbayern, warnen allerdings vor derlei „sinnfreien Umwegen“. Die Aschheimer Umfahrung erfülle ja nicht mal den geplanten Zweck. Büchler würde lieber Projekte wie die Stadt-Umland-Bahn aus der Schublade ziehen: „Ich dachte, wir waren uns einig, Alternativen zum Auto zu schaffen.“

Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) hingegen sieht keine Alternative zur „B 471-neu“. Dass der Landkreis die Sache in die Hand nehmen möchte, hält er für den richtigen Weg. Man stelle sich vor, jede Gemeinde plane fröhlich vor sich hin. Das Ergebnis wäre ein Flickerlteppich samt einiger Lärmprobleme. Es freut ihn wirklich, dass Parteipolitik bei der „B 471-neu“ außen vor bleiben soll – im Übrigen auch über Kreisgrenzen hinweg.

Konzept über Kreisgrenzen hinweg

Denn Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) war mit von der Partie, als sich schon im Frühjahr vor zwei Jahren sieben B 471-Anlieger aus dem Münchner Osten mit der Bitte um eine A 99-Parallele ans Münchner Landratsamt München wandten.

Haars Dritter Bürgermeister, Thomas Reichel, jedenfalls ist der Ansicht, von vorneherein eine ausreichend attraktive Trasse bieten zu müssen, um die Autofahrer von der alten B 471 zu locken. Was den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und Radwege betrifft: Er sei der Letzte, sagt er, den solcher Angebote nicht glücklich machten. „Im Moment aber steht das Auto oben auf der Liste der Fortbewegungsmittel.“

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