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Zapfig: Am S-Bahnhof Riem sind die Fahrgäste den Elementen schutzlos ausgeliefert.

Baustelle ohne Ende in Sicht

Bahnhof Riem: Umbau verzögert sich weiter

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Seit Monaten sind die Fahrgäste den Elementen ausgeliefert, weil die Bahn den Riemer Bahnhof barrierefrei ausbaut – „eine Katastrophe“, sagt eine Passantin über die Situation. Und der Aschheimer Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) hat keine guten Nachrichten: „Die Dauer der Baustelle verschiebt sich wohl noch nach hinten.“

Riem – Zum Hintergrund: Der Bahnhof Riem stammt noch aus den Olympia-Zeiten von 1972 und gehört mit rund 8000 Reisenden zu den stark frequentierten Bahnhöfen, auch viele Pendler aus dem direkt angrenzenden Aschheim und Dornach nehmen dort die S-Bahn. Doch das Warten am ist während der Baustelle besonders unbequem. „Man hätte hier doch wenigstens ein paar Behelfs-Wartehäuschen aufstellen können“, kritisiert die Passantin. Denn die Bahn hat die Überdachung an den Bahnsteigen abgerissen, ein Neubau soll folgen – hoffentlich eher früher als später.

Aber die Fahrgäste sind am Riemer Bahnhof nicht nur der Kälte ausgesetzt. Schon der Ticketkauf kostet Nerven, vor allem am Gleis 2 Richtung München. Denn da gibt es derzeit weder Fahrkartenautomaten noch Ticketentwerter. Stattdessen befinden sich Automat und Entwerter im Wartehäuschen auf Gleis 1 und ein weiterer Ticketautomat steht abseits der Bahngleise, versteckt an einem Gestrüpp – vom Bahnsteig herunter durch die Unterführung, die Treppen rauf und links am Bauzaun entlang. „Den Automaten haben während der Wiesn nur ganz wenige gefunden“, erzählt S-Bahn-Fahrerin Sabine Wagner (40). Stattdessen ballten sich die Fahrgast-Trauben am Gleis 1: „Zum Teil haben die da eine Dreiviertelstunde am Entwerter gewartet.“

Bürgermeister Glashauser hat für den Riemer Misere-Bahnhof einen Schuldigen ausgemacht: „Das Problem ist nicht die fehlende Überdachung, sondern der Zeitplan der Bahn.“ Neben Aufzügen will das Unternehmen auch eine Rampe Richtung Bahnhofausgang Aschheim-Dornach installieren, aber: „Da gibt es offenbar Probleme, weil das Grundwasser so hoch ist“, erklärt der Bürgermeister. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass man erst beim Bau draufkommt, dass da etwas nicht stimmt.“ Auch wegen der zusätzlichen Fahrgäste während der Messe bauma im kommenden April wird der barrierefreie Ausbau wohl länger dauern als geplant, sagt Glashauser. Noch rechnet er aber damit, dass der Bahnhof 2019 fertig wird.

Auf Anfrage zur fehlenden Überdachung und zur abwegigen Positionierung des Fahrkartenautomaten antwortet die Bahn mit einem dürren Allgemeinplatz: „Wir bitten um Verständnis, dass es während der Bauzeit am Bahnhof in Riem zu Einschränkungen für die Fahrgäste kommen kann.“ Aktuell überarbeite man den Bauzeitenplan: „Hintergrund sind Anpassungen in der Bauplanung, die für die weiteren Bauschritte berücksichtigt werden müssen.“ Heißt im Klartext: Es läuft nicht wie geplant. Wann die Arbeiten abgeschlossen sind, verrät das Unternehmen nicht.

Unter der Trostlosigkeit am Riemer S-Bahn-Halt leiden Pendler und Ausflügler also wohl noch länger. Neben der Überdachung fehlen auch Mülleimer an der Haltestelle. Viele Fahrgäste würden ihren Dreck momentan einfach auf den Boden werfen, erzählt eine Passantin. Die Nager freut’s: „Im Sommer sind hier beim helllichten Tag die Ratten rumgelaufen“, sagt die Frau. Aber zumindest einen Hoffnungsschimmer gibt es für sie, denn am Ende des Baustellentunnels winkt die Barrierefreiheit: „Ich habe die letzten Jahre meine Zwillinge samt Kinderwagen die Treppen rauf und runter geschleppt. Vielleicht ändert sich das bald.“ Oder wenigstens irgendwann.

Der Ausbau des S-Bahnhofs Riem

Bisher haben es Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen am Riemer Bahnhof schwer: Dort gibt es keinen Lift. Die Bahn plant daher Aufzüge zu den Gleisen und will die Bahnsteige anheben – von 76 auf 96 Zentimetern. Zudem entsteht eine Rampe zwischen Bahnhofsvorplatz und Unterführung. Auch die Treppen am südlichen Zugang und zum Mittelbahnsteig sowie die Bahnsteigdächer werden neu gebaut. Letztere Maßnahme will die Bahn noch im ersten Quartal 2019 abschließen. Außerdem will das Unternehmen ein Blinden-Leitsystem am Bahnhof Riem einbauen. Die Baukosten für Bahn und Freistaat belaufen sich auf 10,6 Millionen Euro.

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