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Sie kämpften immerhin mit offenem Visier: Bürgermeister Thomas Glashauser (r.) mit den Schlachthofgegnern (v.l.) Renate Zapf, Sabine Freser-Specht, Bernhard Goldemann und Sabine Maier.

Im Interview

Bürgermeister Glashauser nach dem Schlachthof-Entscheid

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Aschheim – Die Aschheimer lehnen den Bau eines Schlachthofs entschieden ab. 86,6 Prozent Nein-Stimmen – das lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) blickt zurück auf den Bürgerentscheid und beschreibt die nächsten Schritte für die Gemeinde. Auch über schlechten Stil und missbrauchtes Vertrauen spricht er.

Herr Glashauser, wie geht es ihnen am Tag nach dem Schlachthof-Aus?

Thomas Glashauser: Nicht anders als gestern. Ich habe als Bürgermeister von meinem Amt her bestimmte Aufgaben. Anfangs war es meine Aufgabe, die Mehrheit des Gemeinderates für eine Schlachthofansiedlung zu vertreten. Und jetzt, nach dem Bürgerentscheid, ist es meine Aufgabe, die Mehrheit der Bürgerschaft zu vertreten. Und das werde ich jetzt tun.

Die deutliche Mehrheit gegen den Schlachthof war eine Watschn für die Befürworter des Projekts im Gemeinderat, also CSU und SPD. Befürchten Sie Nachwirkungen für die Bürgervertreter Aschheims, wenn genauer hingeschaut wird? 

Thomas Glashauser: Es wäre doch schön, wenn die Bürger mehr Interesse für die Kommunalpolitik und die Entscheidungen des Gemeinderats in Aschheim zeigen würden. In den letzten Sitzungen hatten wir viele Zuhörer und es würde mich freuen, wenn das so bleibt. Aber ich denke, dass sich das Interesse für unsere Gemeinderatsarbeit einpendeln wird, wenn die Themen dann nicht mehr so spektakulär sind. In den Monaten vor dem Bürgerentscheid sind aber Sachen vorgefallen, die aufgearbeitet werden müssen. Das war teilweise ganz schlechter Stil. 

Was passiert in den nächsten Monaten mit der elf Hektar großen Fläche an der Klausnerstraße?

Thomas Glashauser: Für diese Flächen haben wir im Gemeinderat einstimmig den Verträgen zugestimmt, die uns nun binden. Aber darin gibt es für den Fall der Ablehnung bei einem Bürgerentscheid auch ein Rücktrittsrecht. Für die Gemeinde ist die Sache kein Beinbruch, aber eine Verstauchung. Zeitlich können wir jetzt nicht mit dem Grundstück rechnen für eine andere Gewerbeansiedlung.

Aschheim ist finanziell gut situiert. Da dürfte das Aus für den Schlachthof keine allzu großen Auswirkungen haben. 

Thomas Glashauser: Sicherlich geht es uns nicht schlecht. Aber wir müssen aufpassen angesichts der finanziellen Herausforderungen in der Zukunft. Ich denke da an die Sanierung mit Erweiterung unserer Grundschule. Dann kommt der Neubau des Gymnasiums Kirchheim, und vielleicht wird in den nächsten Jahren ein weiteres Gymnasium errichtet in Aschheim oder Feldkirchen. Das wird uns einige Millionen Euro kosten.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie persönlich als junger Bürgermeister mit aus den vergangenen Monaten?

Thomas Glashauser: Die Schlachthof-Entscheidung war natürlich ein hochemotionales Thema, aber ich musste mich positionieren. Das ist meine Aufgabe als Bürgermeister. Aber ich lerne aus dieser Zeit, dass ich nicht allen vertrauen kann.

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