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Viele Gemeinsamkeiten entdeckten die beiden Bürgermeister Michalis Kolias (l.) und Thomas Glashauser.

Eintrag ins Goldene Buch

Bürgermeister von Leros zum ersten Mal in Aschheim

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Aschheim - „Mit unseren 8500 Einwohnern sind wir fast gleich, haben auch 20 Gemeinderäte und wir hätten auch gerne das gleiche Geld.“ Charmant und witzig brachte Michalis Kolias, Bürgermeister der griechischen Insel Leros, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit der Partnergemeinde Aschheim auf den Punkt. Bewundernd und dankbar für diverse Hilfen präsentierte sich der Lokalpolitiker bei seinem ersten Besuch im Osten Münchens und seiner Eintragung in das goldene Buch der Gemeinde Aschheim.

Seit 2000 besteht die lebendige Partnerschaft zwischen Aschheim und Leros mit vielen gegenseitigen Besuchen. Die Gemeinde Aschheim erhielt die Freundschaft auch mit diversen Geschenken wie im vergangenen Jahr einem ausrangierten Gemeindefahrzeug, für das der klamme griechische Staat dann noch frech den Aschheimern eine Einfuhrsteuer abknöpfte. Zwei Personen aus Leros arbeiten mittlerweile auch schon bei der Gemeinde Aschheim. „Wir können da nichts zurückgeben“, sagt Michalis Kolias, „wir geben unsere Gastfreundschaft und zeigen allen Aschheimern gerne die Schönheit unserer Insel.“

Leros und Aschheim hatten in den vergangenen Jahren auch noch eine besondere Gemeinsamkeit seit Beginn der Flüchtlingskrise. Die kleine Insel war ein Hauptknotenpunkt am Eingang von Europa, und Aschheim fungierte mit einer Erstaufnahme in Dornach als erster Anlaufpunkt der in München ankommenden Flüchtlingsströme. Teilweise standen Tausende Flüchtlinge auf der Insel, die mit den Problemen ziemlich alleine gelassen wurde. Kolias berichtete in Aschheim, dass derzeit 600 Menschen ohne Geld und mit sprachlichen Barrieren auf Leros sitzen und auch nicht weiterkommen. Die Gemeinschaft müsse dieses Zusammenleben ohne Geld und mit viel ehrenamtlichem Engagement regeln. „Jetzt muss Europa zeigen, was uns Europa bedeutet“, sagt Michalis Kolias.

Es sei nicht in Ordnung, dass manche Länder die Grenzen schließen und beispielsweise Leros mit den Problemen alleine lassen. „Wir brauchen ein Zusammenspiel aller Nationen“, sagt Kolias. Die Gemeinde Aschheim ist da zu klein, um zu helfen. Der Bürgermeister von Leros ist dankbar für die Partnerschaft mit Aschheim. Und er demonstriert mit seinen frischen Sprüchen eine Gemeinsamkeit unter jungen Bürgermeistern. Michalis Kolias scherzt deshalb auch mit einer guten Portion Sarkasmus, „dass ich im Jahr 2011 Bürgermeister geworden bin. Da gingen dann alle Probleme erst richtig los.“ Ein Witz, den auch sein Gegenüber Thomas Glashauser gesagt haben könnte.

Nico Bauer

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