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Spaß bei der Arbeit: Lisa-Maria Schuster arbeitet gerne mit Kindern. Doch sie kann mehr: Sie leitet auch eine Gruppe im  Kinderhaus St. Emmeram in Aschheim.

Von der Pflegerin zur pädagogischen Fachkraft

Neuer Weg nicht nur für Lisa-Maria Schuster

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Erzieherinnen werden überall im Landkreis gesucht. Neue Modelle ermöglichen die Weiterbildung und den Aufstieg zur pädagogischen Fachkraft. Lisa-Maria Schuster hat diesen Weg mithilfe der Caritas gemeistert.

Aschheim/Unterföhring– Die Arbeit mit Kindern gefällt Lisa-Maria Schuster (25) sehr. Mit Eifer stürzte sie sich in die Ausbildung zur Kinderpflegerin, war in verschiedenen Einrichtungen tätig, und merkte dann, dass sie mehr wollte: die Zeit mit den Kindern selbst gestalten und mehr Verantwortung übernehmen. Die junge Frau entschied sich für die 15-monatige Weiterbildung zur „pädagogischen Fachkraft“.

Diesen berufsbegleitenden Weg hat die Unterföhringerin inzwischen fast zu Ende beschritten: Im März 2018 wird Lisa-Maria Schuster die letzte Prüfung absolvieren. Um einen Job braucht sie sich keine Sorgen machen. „Wir können uns aussuchen, wo wir arbeiten wollen.“ Auch die Leitung eines Kinderhauses steht Lisa-Maria Schuster dann offen. Allerdings ist die 25-Jährige sicher: „Der Kinderdienst in der Gruppe spricht mich mehr an als die Verwaltung einer Einrichtung.“

Munter sausen die Drei- bis Sechsjährigen durch den großen Raum der Regenbogengruppe. Lisa-Maria Schuster ist für sie da, beantwortet Fragen, gibt Hilfestellungen, bereitet Themen für den Morgenkreis vor und gibt den Eltern Auskünfte, wie der Tag bei jedem einzelnen Kind gelaufen ist.

„Eigentlich hat erst meine Mutter mich auf den pädagogischen Beruf gebracht“, erzählt sie. Nach dem Mittelschulabschluss in Dorfen, wo ihre Familie lebt, wollte sie als 15-Jährige zuerst Einzelhandelskauffrau werden. „Das Schülerpraktikum war schöner als die reale Berufswelt.“ Enttäuscht von der Ausbildung gab sie nach wenigen Monaten dieses Ziel auf.

Ihre Mutter ermunterte sie damals: „Mach doch was mit Kindern, das liegt dir.“ In einem Kindergarten in Mühldorf absolvierte sie neun Monate lang ein unbezahltes Praktikum. Weil ihr das gut gefiel, startete sie im September mit viel Elan in die zweijährige Ausbildung zur Kinderpflegerin.

Über sechs Jahre hat Lisa-Maria Schuster in diesem Beruf gearbeitet, verschiedene Einrichtungen gesehen und Erfahrungen gesammelt und sich bei machen Kolleginnen auch gedacht: „Das will ich selbst einmal besser machen.“ – „Das war auch ein Reifungsprozess“, sagt sie rückblickend. „Man muss sich reinfinden und seinen eigenen Erziehungsstil entwickeln.“

Seit November 2016 drückte sie bei der „Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste“ (GGSD) an der Seidlstraße in München erneut die Schulbank, berufsbegleitend zum 39-Stunden-Job im Kinderhaus St. Emmeram in Aschheim. In der Einrichtung der Caritas arbeitet sie seit viereinhalb Jahren. In den ersten neun Monaten hatte sie jeden Samstag Schule, zudem zwei Mal pro Woche am Nachmittag. „Das war schon sehr anstrengend.“ Viel Freizeit blieb nicht, ihren Urlaub verwendete sie für die Facharbeit, mit der sie im August den Theorieteil abgeschlossen hat.

Seitdem leitet die 25-Jährige die Regenbogengruppe. „Von meinen Kolleginnen habe ich viel Rückhalt und Anerkennung für die Weiterbildung bekommen.“ Im Team regte sie Neuerungen an, zum Beispiel, dass die Feiern für die Geburtstagskinder neu gestaltet wurden, „da hatte sich Routine eingeschlichen. Wir wollten das Kind wieder mehr in den Mittelpunkt stellen“.

Viele Anregungen hat sie von Dozenten und Kollegen mitgenommen. Der Caritas-Kreisverband übernahm das Schulgeld von insgesamt 2500 Euro. Dafür verpflichtete sich Lisa-Maria Schuster, nach ihrem Abschluss im März 2018 für zwei Jahre bei der Caritas zu bleiben. Das hat sie ohnehin vor: „Ich fühle mich hier superwohl. Meine Kindergruppe ist toll und das Team ist super.“

Wer ist geeignet für die Weiterbildung zur Erzieherin? „Jemand, der Freude und Spaß an der Arbeit mit Kindern hat, der ehrgeizig ist und dem das Geld nicht so wichtig ist“, sagt sie. Als Kinderpflegerin verdiente die junge Frau mit sechs Jahren Berufserfahrung 1770 Euro netto, als pädagogische Fachkraft sind es 1990 Euro.

Im März diesen Jahres wird sie mit einer praktischen Abschlussprüfung ihre Weiterbildung beenden. Die hellen Räume des Kinderhauses St. Emmeram sind für Lisa-Maria Schuster auch Gestaltungsräume geworden.

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