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Lob für den Standort gibt es von Gastredner Theo Waigel (Dritter v.l.). Der ehemalige CSU-Finanzminister ist überzeugt, es gibt derzeit keine Region in Deutschland, die so aufblüht wie München und sein Umland. Das hören gerne (v.l.) der zweite Vorsitzende des Fördervereins „ExpoGate Munich-Dornach“ Thomas Wiehl, der Vorsitzende des Vereins Philipp Ullrich und Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser. 

„Es wird uns nicht mehr besser gehen“

Theo Waigel als Gastredner in Dornach: Der ehemalige Finanzminister (CSU) ist 77 Jahre alt und wünscht sich die alten Zeiten nicht zurück.

Von Nico Bauer

Dornach – Es hat sich einiges getan im Dornacher Gewerbegebiet, in dem es in den vergangenen Jahren einige Leerstände gegeben hatte. Mit der Gründung eines Vereins und der Umbenennung in „ExpoGate Munich-Dornach“ sollte das Gebiet besser vermarktet werden. Beim Neujahrsempfang des Fördervereins für das Gewerbegebiet konnten zwar keine Quantensprünge präsentiert werden, aber doch neue Ideen, kleine Fortschritte – und mit dem ehemaligen Bundes-Finanzminister Theo Waigel (CSU) ein prominenter Gastredner.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Philipp Ullrich, berichtete den Gästen des Neujahrsempfangs, dass die Unternehmen des Dornacher Gewerbegebiets größtenteils sehr exportorientiert seien und deshalb die Weiterentwicklung auch sehr an der europäischen Politik hänge. Gehe es Firmen schlechter, würden diese sich als erstes von Immobilien im Umland trennen. Ullrich sagte aber auch, im Stadtgebiet München sei der Leerstand der Büroflächen auf rund zwei Prozent zurückgegangen.

Gastreferent Theo Waigel lobte die Besonderheit des Standorts: „Kein Land ist 2008 so gut über die Finanzkrise hinweggekommen wie Deutschland, und keine Region Europas blüht derzeit so auf wie München und sein Umland.“ Der 77-Jährige verknüpfte seinen Vortrag mit einer Warnung: „Es wird uns nicht mehr besser gehen als jetzt.“ Die Politik in Bayern und in Deutschland habe mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit eine gute Strukturpolitik gemacht. Er erinnerte an die Angst bayerischer Politiker nach dem Zweiten Weltkrieg, ein strenger Winter und schlechtere Ernten könnten bis zu einer Million Menschen das Leben kosten. Heute exportierten die bayerischen Landwirte jährlich Produkte im Wert von 8,5 Milliarden Euro. Zudem werde mehr bayerischer Käse nach Frankreich exportiert als französischer nach Bayern.

Der ehemalige deutsche Finanzminister und Kopf der Euro-Einführung ging auch auf aktuelle Themen ein: Über den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump direkt sagte er zwar nichts, warnte aber vor allzu großer Sorge: „Heute ist es besser als vor 40 Jahren mit 11 000 russischen Panzern in Ostdeutschland und den Atombomben. Bei nur einem Knopfdruck wäre Deutschland wahrscheinlich untergegangen.“ Der russische Präsident Putin sei „kein lupenreiner Demokrat, aber er ist mir viel lieber als ein Breschnew in den 1970er- oder 1980er-Jahren“.

Der ehemalige Bundesminister Theo Waigel spricht heute vor allem gerne mit jungen Menschen, die an Universitäten studieren. Er beobachte mit Freude, wie sie selbstverständlich international vernetzt seien und in anderen Ländern studierten. Diesen Eindruck verband er an diesem Abend mit seinem größten Appell: „Nicht wir Über-70-Jährigen sollten heute über Europa sprechen, sondern die jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren.“

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