Solarmodule auf dem Dach – auch dafür gäbe es Geld aus dem Energiespar-Förderprogramm. In Aschheim sind im vergangenen Jahr insgesamt lediglich 10 500 Euro von 50 000 Euro abgerufen worden. 
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Solarmodule auf dem Dach – auch dafür gäbe es Geld aus dem Energiespar-Förderprogramm. In Aschheim sind im vergangenen Jahr insgesamt lediglich 10 500 Euro von 50 000 Euro abgerufen worden. 

Aus dem Bauausschuss 

Gemeinde Aschheim wird ihr Geld nicht los

  • vonNico Bauer
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Das gibt es auch selten: Eine Gemeinde bietet finanzielle Hilfe an. Und kaum einer will sie haben.

AschheimDie Gemeinde Aschheim würde gerne mehr Geld aus dem Energiespar-Förderprogramm an ihre Bürgern überweisen. In den vergangenen Jahren wurden aber immer weniger Förderungen abgerufen. Daher werden die Richtlinien jetzt überarbeitet, mit dem Ziel, wieder mehr energetische Maßnahmen bei den Hausbesitzern in Aschheim und Dornach anzustoßen.

„Wir stellen immer höhere Summen zur Verfügung, aber die werden leider wenig abgerufen“, sagte Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) in der Sitzung des Bauausschusses. Die Zahlen untermauern diese Entwicklung beeindruckend. In den vergangenen beiden Haushaltsjahren stellte die Gemeinde im Fördertopf jeweils 50 000 Euro zur Verfügung, aber nur ein Bruchteil davon wurde abgerufen: 2016 waren es 10 500 Euro, im Jahr davor lediglich 8567 Euro. Im laufenden Haushaltsjahr sind von den 50 000 Euro für private Vorhaben nur 3810 Euro ausgegeben. Von 2015 bis heute wurde bei der EnergiesparFörderung für gewerbliche Maßnahmen kein einziger Cent abgerufen – bei einem Topf von jeweils 10 000 Euro pro Jahr.

Das lange erfolgreich funktionierende Programm steht für Glashauser aber nicht zur Disposition. Im Gegenteil. Der Bürgermeister möchte die finanziellen Anreize mehr bewerben, „weil wir auf diese Weise etwas für die Umwelt tun möchten“.

Das neue Programm umfasst viele verschiedene Gebäude-Maßnahmen von einer neuen Wärmedämmung bis hin zum Austausch aller Außenfenster. Mit diesen Modernisierungen können Wärmeverluste minimiert und damit Kohlendioxid eingespart werden. Gefördert werden aber auch diverse Beratungen der Hauseigentümer, die Stromerzeugung durch
Fotovoltaikanlagen oder das Aufstellen von Ladestationen für Elektroautos.

Gemeinderat Achim Jänsch (SPD) hätte es gerne gesehen, dass die Gemeinde auch Geothermie-Anschlüsse bei der AFK bezuschusst. Diesen Antrag lehnte aber die Verwaltung ab, damit die Bürger in Aschheim gleichberechtigt behandelt werden. Glashauser kündigte an, Förderungen für Feldkirchener und Kirchheimer Bürger in dem interkommunalen Zusammenschluss anzuregen. Fördern die anderen Gemeinden den AFK-Anschluss auch, könnte Aschheim diesen Punkt in das Energiesparförderprogramm aufnehmen. Glashauser übernimmt zum 1. Oktober turnusgemäß das Amt des AFK-Aufsichtsratsvorsitzenden. Er kündigte an, die Gemeinderäte der drei Kommunen wieder mehr in das Projekt einzubeziehen. Und er will für eine weitere Geothermiebohrung werben: „Ich würde mich freuen, wenn die anderen Gemeinden das auch so sehen wie wir.“

Die Bauausschuss-Mitglieder stimmten einstimmig für das Energiespar-Förderprogramm. Der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende, Bernhard Stilling sagte, die Kommune schaffe mit den neuen Richtlinien Anreize, etwas für die Modernisierung des eigenen Hauses und damit für die Umwelt zu tun.

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